Zwölf Gebote, um die Klimaerhitzung zu stoppen

"Unsere Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun", sagte Mahatma Gandhi. Es stimmt nicht, dass ein Einzelner oder eine Einzelne nichts tun kann. Wir alle sind Teil des Problems und müssen Teil der Lösung werden.


Klimakatastrophe
Eine Klimakatastrophe ist nicht mehr etwas, das irgendwann in der Zukunft geschehen kann. (Foto: Bela Geletneky/​Pixabay)

Noch haben wir etwas Zeit, um die Klimaerhitzung zu bekämpfen. Je länger wir aber damit warten, desto zerstörerischer wird der Klimawandel. Zwölf Regeln können uns eine Richtschnur geben.

1. Bis spätestens 2050 müssen die Treibhausgas-Emissionen auf null zurückgefahren werden.

2. Ab sofort darf der Bau von Kraftwerken nur noch dann zugelassen werden, wenn diese ausschließlich erneuerbare Energien nutzen. Die heutigen Milliardensubventionen für Treibhaus-Dreckschleudern sind zu streichen.

3. Ab 2025 dürfen nur noch Elektroautos oder Autos mit anderen CO2-freien Motoren neu zugelassen werden. Dass das geht, hat Kalifornien schon in den 1990-ern bewiesen, indem es Quoten für E-Autos einführte. China, der größte Automarkt der Welt, führt solche Quoten ab diesem Jahr ein. Jetzt müssen alle anderen folgen.

4. Neue Industrieanlagen sollten ab 2025 frei von CO2-Emissionen sein. Ein Zeitplan, ab wann nur noch emissionsfreie Technologien verkauft werden dürfen, wird global die notwendigen Innovationen antreiben.

5. Weil ein Viertel der jährlichen Treibhausgasemissionen auf die Produktion von Lebensmitteln, besonders auf Fleischprodukte, zurückzuführen ist, sollten alle die Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beachten. Die DGE schlägt vor, den Fleischkonsum zunächst zu halbieren und dann zu dritteln. Dies hilft, Übergewicht und Bluthochdruck vorzubeugen, verlangsamt den Klimawandel und senkt die Stickstoffbelastung des Grundwassers.

6. Wir müssen den öffentlichen Verkehr stark ausbauen, mehr Online-Konferenzen veranstalten statt persönlicher Treffen.

Zur Person

Franz Alt ist Buchautor und Fernsehmoderator. (Foto: Axel Thomae/​Sonnenseite)

7. Wir müssen weniger Fläche mit Häusern, Straßen und Industrie zubauen und stattdessen höher bauen und intelligenter verdichten. Ökologisch bauen heißt nicht neu bauen, sondern vor allem sanieren und renovieren. Alles, was noch neu gebaut wird, muss emissionsfrei sein, zum Beispiel durch mehr Holzbauten.

8. Wir müssen weltweit aufforsten und die Wüsten begrünen, wie es auch die Kinder- und Jugendorganisation "Plant for the Planet" seit vielen Jahren vorbildlich tut. Sie hat bereits 16 Milliarden Bäume gepflanzt, ihr Ziel sind 1.000 Milliarden Bäume.

9. Wir dürfen nur noch Politiker wählen, die auch wirklich unsere Interessen vertreten und nicht die Interessen der alten fossil-atomaren Energiewirtschaft oder der fossilen Autowirtschaft. Demo-kratie statt Auto-kratie, und Sonne statt Atom und Kohle.

10. Entwicklung in armen Ländern ist die beste Vorsorge gegen ungebremstes Bevölkerungswachstum.

11. Wir alle können weniger kaufen und wegwerfen, mehr Fahrrad fahren und zu Fuß gehen, grüner feiern, zu Ökostrom wechseln, Geld grün und fair anlegen. Wir können uns selber vom Überfluss befreien.

12. Wir sollten endlich tun, was wir für richtig halten. Einfacher leben, damit andere einfach überleben. Mehr denken und Widerstand leisten gegen Dummheit und Kurzsichtigkeit.

Wer hindert uns daran, wenn nicht wir selber? Eine bessere Welt beginnt beim einzelnen Menschen. Ein einzelner oder eine Einzelne kann nichts tun? Wir alle sind Teil des Problems, wir müssen aber Teil der Lösung werden. Oder mit Mahatma Gandhi: "Unsere Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun."

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