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Großer Wurf statt "Pillepalle" ist gefragt

Beim Klimaschutz muss Schluss sein mit "Pillepalle", hat Angela Merkel neulich vor der Unionsfraktion gesagt. Na, dann: Ein besserer Tag für den großen klimapolitischen Wurf als der 20. September wird sich nicht finden lassen.


Streikende Schüler vor dem Kanzleramt in Berlin
Fridays-for-Future-Demo im vergangenen Januar vor dem Kanzleramt: Die Klimakrise lässt sich nicht aussitzen. (Foto/​Ausschnitt: Jörg Farys/​Fridays for Future/​Flickr)

Zwei Ereignisse werden den 20. September prägen. Die "Fridays for Future"-Bewegung hat für den Tag zu einem Welt-Streik fürs Klima aufgerufen. In Deutschland will am selben Tag das Klimakabinett der Bundesregierung seine Klimapolitik konkretisieren.

Es soll also endlich klar werden, wie konkret und praktisch in Deutschland und Europa das Klima geschützt werden soll. Es müsse jetzt Schluss sein mit "Pillepalle", hat Angela Merkel schon vor einigen Wochen vor der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gesagt. Na bitte!

Seit drei Jahrzehnten erzählen uns die Regierenden, was sie fürs Klima tun wollen. Nur: Getan haben sie nichts oder nicht genug.

Ihre eigenen Klimaschutzziele haben sie krachend verfehlt. Ihr eigenes Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) haben sie so verwässert und verbürokratisiert, dass in den letzten Jahren der Ausbau der Solarenergie ausgebremst wurde und der Ausbau der Windenergie jetzt fast zum Erliegen gekommen ist.

Zeit für Taten

Jetzt aber muss Schluss sein mit immer mehr bürokratischen Hürden für die Erneuerbaren und Schluss mit bloßen Ankündigungen.

Nötig sind – bitte – Taten wie diese:

Seit Monaten werden von allen Parteien, außer von der AfD, kleine Schritte für die große Herausforderung "Klimakatastrophe" diskutiert – aber leider alles "Pillepalle". Es fehlt die große Vision, die für wirklichen Klimaschutz begeistert.

Franz Alt

ist Journalist und Buchautor. Er leitete 20 Jahre das politische Magazin "Report" beim Südwest­rundfunk, danach bis 2003 die Zukunfts­redaktion des SWR. Als einer der ersten deutsch­sprachigen Journalisten informierte er über den Klima­wandel und die nötige Energie­wende.

US-Wissenschaftler haben soeben errechnet, dass auf weniger als einem Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen genug Strom für den gesamten Weltbedarf produziert werden könnte – mit Solarsystemen. In Deutschland stehen noch immer beinahe 90 Prozent der Dächer leer, also energetisch völlig umsonst in der Gegend herum!

Zu Recht sagen die "Fridays for Future"-Demonstranten: "Wir machen so lange Schulstreik, bis ihr wirklich handelt."

Schon 2007 hat Angela Merkel gesagt: "Die Klimakrise ist die Überlebensfrage der Menschheit". Als Umweltministerin hat sie 1995 eine Kerosin-Steuer auf Flugbenzin und eine europäische CO2-Steuer gefordert. Jetzt – 24 Jahre später – sollten endlich Taten folgen.

Schluss mit "Pillepalle", Angela Merkel!

Die überwiegende Mehrheit Ihrer Wählerinnen und Wähler haben Sie hinter sich, Frau Bundeskanzlerin! Noch können wir das Schlimmste an der Klimakatastrophe verhindern, versichern uns die Wissenschaftler. Und alle Technologien für den Umstieg sind bekannt und vorhanden.

Jetzt, am 20. September, ist der große Wurf gefragt. Genau daran werden sich auch künftige Wahlen entscheiden.

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