Anzeige

Neuer Report des Weltklimarates

"Jedes Jahr des Abwartens reduziert unser CO₂-Budget massiv"

Von der mit Tundra-Vegetation bewachsenen Steilküste ist ein großer Block abgebrochen und liegt fast hochkant im Meer, man kann gut die Bruchkante mit dem weiß gefärbten Permafrostboden sehen.

Klimaforscher Joeri Rogelj war einer der Leitautoren beim neuen IPCC-Bericht. Im Interview erklärt er, wie viel CO2 die Menschheit noch emittieren darf und worüber bei den Verhandlungen um die "Zusammenfassung für Entscheidungsträger" gestritten wurde.

Interview: Christian Mihatsch

Regierung reagiert auf IPCC-Report

Der Kohleausstieg bleibt vorerst, wie er ist

Demonstrationszug mit jungen Menschen. Front-Transparent: "2038? Fürs Klima viel zu spät!"

Der neue Weltklimabericht gilt vielfach als letzter großer Weckruf oder Warnschuss – an der Bundesregierung scheint das vollkommen vorbeizugehen. Die Partner in der großen Koalition verharren lieber im Wahlkampfmodus, gerade beim Thema Kohleausstieg.

von Jörg Staude

Bericht des Weltklimarats

"Auch bei 1,5 Grad wird es mehr Extreme geben"

Feuer in Kalifornien verfinstern den Himmel

In allen Regionen der Welt sind Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen oder Waldbrände schon heute häufiger und intensiver – und werden in Zukunft immer wahrscheinlicher, sagt die Klimaforscherin Friederike Otto, die am neuen Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC mitgeschrieben hat.

Interview: Verena Kern

Kommentar

Klima auf der Kippe

Ein Parken-Verboten-Schild ist fast komplett überflutet

Der neue IPCC-Bericht zeigt: Gelingt es der globalen Gemeinschaft nicht, beim Treibhausgas-Ausstoß kräftig auf die Bremse zu treten, ist das, was wir heute erleben, nur ein kleiner Vorgeschmack auf zukünftige Krisen.

ein Kommentar von Joachim Wille

Neuer Sachstandsbericht des Weltklimarats

IPCC: Dieses Jahrzehnt ist entscheidend

Ein Feuerwehrmann vor brennender Landschaft.

Seit dem ersten Bericht des Weltklimarats IPCC vor 30 Jahren ist klar, dass die Menschheit die Erde aufheizt und die CO2-Emissionen auf null sinken müssen. Doch sie sind weiter gestiegen und müssen nun umso schneller fallen – um die Hälfte in zehn Jahren, sagt der neue Bericht, der heute erschienen ist.

von Christian Mihatsch

Umgang mit Extremtemperaturen

Immer wieder Hitzeschock

Sonnenuntergang am Ende einer mehrspurigen, von Gebäuden gesäumten Hauptstraße voller Autos.

Wie gewöhnt man sich an etwas, das man noch nie erlebt hat? Geht die Erderhitzung ungebremst weiter, wird sich die Menschheit immer wieder mit neuen extremen Temperaturrekorden konfrontiert sehen. Das macht die Anpassung an das tödliche Wetter schwer.

von Hannah Schröer

Kippelemente des Klimasystems

Hinweise auf Kollaps des Golfstroms

Wellen

Dass die Atlantische Umwälzströmung schwächer wird, ist schon bekannt – jetzt deutet eine Studie auf eine "fast vollständige Destabilisierung" als Folge des Klimawandels hin. Sollte die Strömung wirklich ausfallen, hätte das dramatische Folgen für viele Regionen auf der Welt – auch für Europa.

von Susanne Schwarz

Bestätigung für Wachstumskritiker

Was wir tun müssen, damit die Zivilisation an den Grenzen des Wachstums nicht kollabiert

Kupfermine

Von wegen Untergangspropheten: Die letzten Jahrzehnte decken sich gut mit dem, was der Club of Rome in den 1970ern in dem Buch "Die Grenzen des Wachstums" prognostiziert hat. Eine neue Untersuchung auf Basis seines Modells zeigt: Das Wachstum endet sowieso. Was das für die Gesellschaft bedeutet, haben wir aber in der Hand. Noch.

von Christian Mihatsch

Treibhausgas-Neutralität 2045

Dem Methan auf der Spur

Nächtliche Aufnahme der Verdichterstation in Wolokolamsk westlich von Moskau auf dem Weg nach Riga in Lettland.

Weg vom CO2-Tunnelblick: Die für 2045 von Deutschland angestrebte Treibhausgasneutralität erfordert einen neuen Blick auf die verschiedenen Klimagase, sagen Forscher. Methan biete dabei Risiken, aber auch Chancen für den Klimaschutz.

von Jörg Staude

Klimanotstand erneut ausgerufen

Tausende Forschende warnen erneut vor "unermesslichem Leid" durch die Klimakrise

Brandrodung Brasilien

Fast 14.000 Wissenschaftler:innen aus 150 Ländern haben heute erneut den Klimanotstand ausgerufen und einen grundlegenden Wandel gefordert. Seit ihrem ersten Aufruf 2019 sei es zu einem "beispiellosen Anstieg klimabedingter Katastrophen gekommen".

von Verena Kern

Bundeskabinett beschließt Soforthilfe

Déjà-vu beim Katastrophenschutz

An einer zur Elbe führenden Straße hat das Hochwasser die Pflastersteine herausgespült, auch der Fußweg ist teilweise weggespült.

Das Bundeskabinett brachte heute die Soforthilfe für die Flutgebiete von zunächst 200 Millionen Euro auf den Weg. Umweltwissenschaftler fordern unterdessen den Start eines umfassenden Klimaanpassungsprogramms. Viele ihrer Vorschläge sind alles andere als neu.

von Verena Kern, Jörg Staude

Hochwasservorsorge

"Gefährdete Gebäude nicht an derselben Stelle wieder aufbauen"

Überflutete und zerstörte Häuser und zerstörte Bahnstrecke in Altenahr-Altenburg direkt an der Ahr.

Der Risikoforscher Ortwin Renn plädiert dafür, als Konsequenz aus den Überschwemmungen über Umsiedlungen einzelner Häuser und Ortsteile nachzudenken – bei ganzen Dörfern allerdings nur, wenn sie regelmäßig heimgesucht werden.

Interview: Hannes Koch

Der gute Wille

Kein Heckmeck

Windrad in welliger Landschaft mit Weiden und Hecken.

Nicht nur Wälder sind echte Klimaschützer, auch Hecken zwischen Feldern und Wegen. Und sie sind auch fast so effektiv, wie Forschende aus Braunschweig jetzt herausfanden. Dummerweise wurde in den letzten 70 Jahren jeder zweite Heckenmeter gerodet.

eine Kolumne von Joachim Wille

Tacheles, Claudia Kemfert!

"Jetzt verstehe ich, wovon du immer redest"

Verkehrsschild, dass einen Geh- und Radweg anzeigt, steht im heftig fließenden Wasser.

Wir stehen erst am Anfang des globalen Klimawandels. Noch können wir handeln und die immer stärkere Häufung von Extremwetterereignissen bremsen. Zwei Dinge müssen wir unverzüglich anpacken: Katastrophenschutz und Klimaschutz.

eine Kolumne von Claudia Kemfert

Überschwemmungen und Hitzewellen

Das war erst der Anfang

Teilweise überflutete kleine Straße, ein Auto steht im Wasser, Äste und Kleinholz liegen herum.

Stark- und Dauerregen hat es schon immer gegeben. Aber weil sich das Klima in Deutschland bereits deutlich erwärmt hat, sind diese Ereignisse wahrscheinlicher geworden. Die Überflutungen sind ein Weckruf, der nicht überhört werden sollte.

von Christian Mihatsch

Forschung rund um künstliche Intelligenz

Big Data für Öko

Ein Mitarbeiter der Wiener Linien steht gebückt in einem leeren Shuttlebus und schaut durch das relativ kleine Frontfenster, die Hände an der Steuerbox.

Wie wirken Digitalisierung und künstliche Intelligenz auf den Klimaschutz? Der Frage geht das Bundesumweltministerium mit einem jüngst beschlossenen Forschungsprogramm nach. Die Spannbreite der Projekte versucht die ambivalenten Wirkungen der neuen Technologien abzudecken.

von Jörg Staude

Neuer Baustoff Carbonbeton

Den Beton neu erfunden

Eingerüsteter kleiner einstöckiger Betonhaus-Rohbau.

Der Dresdner Bauingenieur Frank Schladitz ersetzt den Stabilisator Stahl durch Carbon – und entlastet so Umwelt und Klima. Vor allem durch seine Haltbarkeit hat Carbonbeton eine wesentlich bessere Ökobilanz als Stahlbeton.

von Joachim Wille

Klimaforscherin über neue Studie

"Hitzewellen sind die Manifestierung des Klimawandels"

Ein Thermometer zeigt 40 Grad an, im Hintergrund knallt die Sonne.

Der Klimawandel hat die jüngste Rekord-Hitzewelle im Westen Nordamerikas 150-mal wahrscheinlicher gemacht, ergibt eine soeben erschienene Kurzstudie eines internationalen Teams. Unklar ist noch, ob die Vorgänge einen wirklich seltenen "Ausreißer" darstellen oder ob der Klimawandel eine neue Dynamik entwickelt.  

von Jörg Staude

Graßls Woche

Schrumpfende Wasserkraft, "echter" Klimaschutz und Brandgefahr in Regenzonen

Porträtaufnahme von Hartmut Graßl.

Kalenderwoche 26: Die "Jahrtausendereignisse" hören nicht auf, sagt Hartmut Graßl, Physiker und Meteorologe und Mitglied des Herausgeberrats von Klimareporter°. Schon eine globale Erwärmung um 1,5 Grad über Landgebieten liefere immer wieder zerstörerische Hitzewellen, jetzt sogar in einer Weltgegend, die sonst vor Regen trieft.

Der gute Wille

Plastik bremst die Pumpe

Auf durchsichtige Tüten mit Plastikmüll, der schon lange im Meer war, werden Schildchen mit englischen Ländernamen geklebt: Schweden, Deutschland, Argentinien, Italien.

Plastikmüll in Flüssen und Meeren ist hässlich und umweltschädlich. Immer deutlicher wird, dass er auch das Klima schädigt. Laut einer neuen Studie sorgen Mikroplastikteilchen dafür, dass die Ozeane weniger CO2 aus der Luft binden können.

eine Kolumne von Joachim Wille