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Umweltaktivisten widersprechen Minister

Kein Konsens beim Kohleausstieg

Der Braunkohletagebau Garzweiler, weit im Hintergrund dampfen Kohlekraftwerke gegen den blauen Himmel.

Bundesregierung und Klimabewegung bewerten den heute beschlossenen Entwurf des Kohleausstiegsgesetzes völlig entgegengesetzt. Während CDU-Wirtschaftsminister Altmaier das Gesetz als Grundlage für einen gesellschaftlichen Konsens ansieht, betonten Umweltaktivisten, über diese Art des Ausstiegs könne es keinen Konsens geben.

von Jörg Staude

Bundeskabinett beschließt Ausstiegsgesetz

Zu viel Kohle für den Klimaschutz

Bagger im Tagebau Garzweiler bei Mönchengladbach – im Hintergrund einige Windräder.

Wochen später als geplant hat das Bundeskabinett heute das inzwischen auf mehr als 200 Seiten angewachsene Kohle-Ausstiegsgesetz beschlossen. Die Verbrennung von Kohle, um daraus großtechnisch Strom und Wärme herzustellen, beendet die Bundesrepublik 2038 – ob das für den Klimaschutz ausreicht, ist äußerst fraglich.

von Jörg Staude

Finanzbranche

Nur Mini-Kohleausstieg bei Blackrock

Schwarzer Schriftzug "Blackrock" über dem von innen mild beleuchteten Eingangsportal des modernen Gebäudes der Firmenzentrale in New York City.

Der weltgrößte private Finanzverwalter Blackrock schreckte die Wirtschaftswelt mit der Ankündigung auf, teilweise aus der Kohle auszusteigen. Kraftwerksbetreiber, die jede Menge Kohle verfeuern, sind davon aber nicht betroffen, kritisiert jetzt die Umweltorganisation Urgewald.

von Jörg Staude

Fragwürdige Entschädigungen

Das goldene Ende der (Lausitzer) Kohle

Dampf vom Braunkohlekraftwerk Boxberg in Sachsen über einer leeren Landstraße

Der Kohlekonzern Leag erhält Milliardenentschädigungen, obwohl er mit dem jetzt vereinbarten Kohleausstieg so viel Braunkohle fördern darf, wie er ohnehin vorhatte. Wirklich neu und brisant an dem nun aufgetauchten Geschäftsplan von 2016 ist aber, dass ein offizielles Dokument des Unternehmens das Ende der Braunkohle auf 2040 terminierte.

von Jörg Staude

Noch mehr Kritik am Ausstiegsgesetz

Städtische Steinkohle klagt über Braunkohle-Deal

Aus der Ferne betrachtet, stehen drei Kohlekraftwerke mit rauchenden Schornsteinen nebeneinander im Dunst.

Dass die Einigung von Bund und Kohleländern aus der letzten Woche offensichtlich die Braunkohle bevorteilt, hat jetzt auch Stadtwerke und ihre Eigner aufgeschreckt. Der Verband Kommunaler Unternehmen beklagt, dass der Ausstieg nun zulasten städtischer Energieunternehmen geht.

von Jörg Staude

Kommentar

Spiel mit dem Kohle-Feuer

Einige Eierbriketts liegen auf einem Tisch, darauf ein Schild "Kommission Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung"

Der Kohlekompromiss ist tot. Umweltverbände und Wissenschaftler sind zu Recht sauer, denn es ist die Politik, die in wesentlichen Punkten davon abweicht. Damit ist klar, wer die Verantwortung trägt, wenn nun die Anti-Kohle-Proteste wieder aufleben.

ein Kommentar von Joachim Wille

Kritik an Bund-Länder-Deal zum Kohleausstieg

Die Braunkohle bleibt der Klima-Knackpunkt

Antje Grothus, Felix Matthes, Kai Niebert und Barbara Praetorius auf dem Podium der Bundespressekonferenz.

Den mühsam austarierten Kohlekompromiss aufzukündigen, das werfen die an der Kohlekommission beteiligten Umweltschützer der Bundesregierung vor. Das berge jede Menge Risiken – nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch energie- und gesellschaftspolitisch.

von Jörg Staude

Bund-Länder-Einigung wird abgelehnt

Kohlekompromiss am Ende

Schaufelradbagger 291 von RWE baggert im Tagebau Hambach, August 2018

Nach einem Jahr der versprochenen Eins-zu-eins-Umsetzung ist der Kohlekompromiss offenbar am Ende. Die umstrittene Bund-Länder-Einigung vergangene Woche sehen in der Kohlekommission vertretene Umweltverbände und Wissenschaftler als Aufkündigung der Übereinkunft an, wie es in einer Klimareporter° vorliegenden Stellungnahme heißt.

von Jörg Staude

Umweltjurist über Kohleausstiegsplan

"Kein Land zahlt derart hohe Kohle-Entschädigungen"

Das Kohlekraftwerk Neurath Grevenbroich ist seit 1972 in Betrieb.

Mit mehr als vier Milliarden Euro soll den Kraftwerksbetreibern der Abschied von der Kohle "erleichtert" werden. Hermann Ott von der Umweltrechtsorganisation Client Earth hält die Entschädigungen an die Kohlekonzerne für das Abschalten der Anlagen für weit überhöht – und rechnet damit, dass sie zurückgezahlt werden müssen.

Interview: Joachim Wille

Kommentar

Fehler 2.0

Auf einem Demo-Plakat steht "Kohleausstieg ab 2038 ist absurd. Greta Thunberg"

Der Kohle-Ausstiegspfad der Bundesregierung verläuft nicht wie in der Kohlekommission vereinbart kontinuierlich, sondern gedrängt in den 2030er Jahren. Damit wiederholt die Regierung den Fehler vom Atomausstieg und verschiebt die Energiewende teuer in die Zukunft.

ein Kommentar von Joachim Wille

Braunkohle

Bund und Länder einigen sich auf Kohleausstieg

Das Braunkohlekraftwerk Schkopau

Der Bund und die Kohle-Länder haben sich auf einen Fahrplan für den Braunkohleausstieg geeinigt. Während Regierungsmitglieder den Ausstiegsplan loben, kommt von ehemaligen Mitgliedern der Kohlekommission Kritik. Offenbar soll auch das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 ans Netz.

von Friederike Meier

Kohle-Ausstiegsgesetz

Millionen-Bonus für Erdgas

Monteure laden Rohre für die Nord-Stream-Pipeline ab.

Der transatlantische Streit um Nord Stream 2 und den Zugang zum lukrativen Gasmarkt ist auch deshalb so unerbittlich, weil der deutsche Kohleausstieg massiv auf Erdgas setzt. Steigt ein Strom- und Wärme-Erzeuger künftig von Steinkohle auf Erdgas um, winken gesetzliche Millionen-Bonusse.

von Jörg Staude

Vorläufige Bilanz von Agora Energiewende

Deutschland kam 2019 dem Klimaziel näher

Eine Frau hält einen sehr großen schwarzen Ballon mit der Aufschrift "CO₂" hoch, weiter im Hintergrund ein Kohlekraftwerk.

Um etwa 35 Prozent sind Deutschlands CO2-Emissionen von 1990 bis Ende 2019 gesunken. Das schätzt der Thinktank Agora Energiewende in seiner Jahresauswertung für den Stromsektor, die Klimareporter° vorliegt.

von Jörg Staude

Serie: Vorangehen für Klimaschutz

USA: Kohleausstieg trotz Trump

Arbeiter schrauben Solaranlagen auf ein Flachdach.

In den USA schreitet der Ausstieg aus der Kohle voran, obwohl Donald Trump dagegen arbeitet. Progressive Bundesstaaten, Städte und Unternehmen können die Anti-Klima-Politik des Präsidenten aber nur abschwächen.

von Joachim Wille

BDEW klagt über zögerliche Koalition

Der Energiebranche rennt die Zeit davon

Uhr

Kohle und Atom raus, Erneuerbare rein – für den großen Branchenverband BDEW hat 2019 die Energiewende noch famos funktioniert. Warum die Bundesregierung da Vorhaben wie das Kohleausstiegsgesetz immer weiter vor sich herschiebt, kann BDEW-Chefin Andreae nicht verstehen. Die Zeit laufe langsam ab.

von Jörg Staude

Teil-Einigung beim Klimapaket

CO₂-Preis soll höher werden als geplant

Große Lkw und einige Pkw fahren auf einer sechsspurigen Autobahn, aufgenommen wohl von einer Brücke.

Bund und Länder haben sich offenbar bei den Verhandlungen zum steuerrechtlichen Teil des Klimapakets geeinigt. Das Kohleausstiegsgesetz hingegen soll nun erst im kommenden Jahr vom Kabinett beschlossen werden. 

von Friederike Meier

Kohle-Boom in Subsahara-Afrika

Kohleausstieg rückwärts

Von Kohlestaub eingehülltes Kohlekraftwerk in Südafrika

Der globale Kohleverbrauch geht zurück. Viele Länder planen den Ausstieg aus dem klimaschädlichen Energieträger. In den afrikanischen Staaten südlich der Sahara geht die Entwicklung jedoch in die entgegengesetzte Richtung, warnt eine Studie des Klimaforschungsinstituts MCC.

von Verena Kern

Neuer Gesetzentwurf

Kohleausstieg nun ohne Wind und Sonne

Liegendes Rotorblatt auf einer Windrad-Baustelle, das dicke Ende offen wie eine Röhre.

Die scharfe Kritik am Kohleausstiegsgesetz des Wirtschaftsministeriums, vor allem am pauschalen 1.000-Meter-Abstand für Windkraft, zeigt Wirkung. Aus dem neuesten Klimareporter° vorliegenden Entwurf sind alle Knebel-Regeln für Wind an Land gestrichen – aber auch der stärkere Ausbau von Offshore-Wind und Solarstrom.

von Jörg Staude

Vor Klimastreik- und Anti-Kohle-Aktionen

"Beim Klimaschutz ist die große Koalition handlungsunfähig“

Ende Gelände 2016

In mehr als 500 Städten Deutschlands und 150 Ländern weltweit planen "Fridays for Future" und andere Gruppen für kommenden Freitag Klimastreik-Aktionen. Im Vorfeld fordern die großen Umweltorganisationen von der Bundesregierung, die Anti-Windkraft-Gesetzgebung vom Tisch zu nehmen.

von Jörg Staude