Prüfbericht des Bundesrechnungshofs

Chaos bei der Energiewende

Sich drehendes Windrad

Verfehlte Klimaziele, ineffizientes Management, mangelnde Kostentransparenz: Seit Jahren kritisiert der Bundesrechnungshof, wie das federführende Wirtschaftsministerium die Energiewende umsetzt. In ihrem neuen Bericht wird die Behörde noch deutlicher. Und schlägt als Lösung eine allgemeine CO2-Bepreisung vor.

von Verena Kern

Verfehlte Klimaziele

Die teure Klimalücke

Fehlender Klimaschutz in den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft und Gebäude könnte die Steuerzahler in Deutschland Milliarden kosten, so ein Bericht der Denkfabrik Agora Energiewende.

von Friederike Meier

Divestment

Größter Rückversicherer steigt aus Kohle aus

Bürogebäude der Munich Re in München

Auch der Versicherungsriese Munich Re will nun aus dem Kohlegeschäft aussteigen und begründet dies mit den teuren Folgen des Klimawandels. Kritikern geht das nicht weit genug.

von Verena Kern

Serie Strukturwandel

Finanzmodell für Braunkohleregionen

Hier sind Bahnschienen mit einer Weiche zu sehen

Immer noch ist die Frage offen, wie der Strukturwandel in den Braunkohleregionen organisiert werden kann. Hohe Subventionen für angeblich zukunftssichere Arbeitsplätze könnten an EU-Recht scheitern und werden gerade in Ostdeutschland mit großer Skepsis betrachtet. Das eröffnet die Chance für ein Modell, das für wirtschaftlich schwächere Länder Beispielwirkung haben könnte.

ein Gastbeitrag von Gerhard Hübener

Energiewende

Kostenwahrheit für die zweite Phase

Zwei Schaufelradbagger arbeiten in einem großen Tagebau.

Die Politik hat sich bisher nicht getraut, den Verursachern von Schäden durch die Kohleverstromung die wahren Kosten in Rechnung zu stellen. Deshalb muss jetzt dringend die zweite Phase der Energiewende im Stromsektor folgen, in der Energieeinsparung und Erneuerbare die Kohle ersetzen.

ein Gastbeitrag von Damian Ludewig

Energie- und Verkehrswende

"Nicht länger grüner Ursuppe verhaftet sein"

Die Energiewende stockt, wird mehr und mehr ausgebremst – und der Ökostromer Green City Energy streicht auch noch das "Energy" aus seinem Namen. Künftig wolle man eben nicht nur Verkehr und Energie zusammen denken, sondern sich auch neuen Kundengruppen öffnen und ein neues Lebensgefühl vermitteln, erklärt Green-City-Sprecher Martin Betzold.

Interview: Jörg Staude

Divestment

Versicherungen stoßen RWE ab

Vor einem silhouettenhaft erkennbaren Kohlekraftwerk stehen Hochspannungsleitungen.

Die französischen Versicherungsriesen Macif und AG2R wollen nichts mehr mit Kohle-Investments zu tun haben und trennen sich von Kapitalanlagen des RWE-Konzerns. Mit Unternehmen, die Kohle-Kraftwerke planen, wollen sie keine Geschäfte mehr machen. Ein Trend, der inzwischen weltweit Schule macht.

von Susanne Götze

Globale Energiewende

Finanzierung von Ökoenergie stockt

Hier ist ein großer Solarpark zu sehen.

Der Umbau des weltweiten Energiesystems geht langsamer vonstatten als gedacht. Erstmals seit Jahren steigen die Investitionen in Öl und Gas wieder, während weniger Geld in die Erneuerbaren fließt, meldet die Internationale Energieagentur. Auch der Boom der Solarenergie dürfte 2018 einbrechen.

von Verena Kern

Hinkley Point C

Europäisches Gericht erlaubt Atomsubventionen

AKW Hinkley Point

Großbritannien darf das AKW Hinkley Point mit öffentlichen Geldern in vielfacher Milliardenhöhe fördern, hat der Europäische Gerichtshof geurteilt. Gegen eine entsprechende Genehmigung der EU-Kommission hatte Österreich mit Unterstützung von Luxemburg geklagt.

von Susanne Schwarz

Haushaltsverhandlungen

EU will ein Viertel des Budgets für Klimaschutz ausgeben

Hier ist ein Windrad vor düsterem Himmel zu sehen

Im Vorschlag für den langfristigen Haushaltsplan der Europäischen Union ab 2020 ist vorgesehen, dass jeder vierte Euro in den Klimaschutz fließt. Allerdings hat die EU eine andere Vorstellung vom Klimaschutz als europäische Klimaschützer.

von Friederike Meier

Schienenverkehr

Steuer-Push für die Bahn kommt gut an

Hier ist ein ICE zu sehen, der gerade aus dem Bahnhof fährt

Damit mehr Autofahrer auf die Bahn umsteigen, schlägt die SPD eine Absenkung der Mehrwertsteuer für Zugfahrten im Fernverkehr vor. Der Vorstoß findet Unterstützung – bei der Opposition, bei Verkehrsexperten und auch in der CDU. Doch im Bundesverkehrsministerium hält man sich lieber bedeckt.

von Joachim Wille

Schienenverkehr

Ein Steuer-Push für die Bahn

ICE am Gleis

Um Autofahrer zum Umstieg vom Auto auf die Bahn zu bringen, schlägt SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel zusammen mit Verkehrsexperten vor, die Mehrwertsteuer für Zugfahrten im Fernverkehr zu senken. Auf die Tickets schlägt der Staat 19 Prozent drauf.

von Joachim Wille

Grafiken zur Klimakrise

Der Skaleneffekt an der Arbeit

Die notwendigen Investitionen in erneuerbare Energien stellen weltweit keine größere volkswirtschaftliche Herausforderung dar, ist das Ergebnis einer Studie. Das liegt auch daran, dass die Kosten für Schlüsseltechnologien weiter sinken. Wir zeigen die zehn wichtigsten Grafiken zur Klimakrise. Teil 6: Die Erneuerbaren werden immer günstiger.

von Christian Mihatsch

Berliner Energietage

"Scholz versteht nicht, dass es ums Klima geht"

Ein eingerüstetes Wohnhaus

Die energetische Sanierung soll steuerlich gefördert werden – doch nun hat Bundesfinanzminister Scholz in seinem Haushaltsentwurf keinen Etat dafür vorgesehen. Auf den Berliner Energietagen sind sich die Experten aber weitgehend einig, dass die Gebäudesanierung einen Steuerbonus braucht.

von Sandra Kirchner

Serie: Strukturwandel

Beschäftigte brauchen Planungssicherheit

50-Hertz-Angestelle im Kontrollzentrum in Berlin-Marzahn

Jeder weiß: Kohleverstromung ist ein Auslaufmodell. Doch der Strukturwandel muss sozialverträglich sein. Die Gewerkschaft Verdi wird in der Strukturwandelkommission darauf drängen, dass ein verbindlicher Plan für jedes Kohlekraftwerk vereinbart wird und ein Fonds alle nötigen Maßnahmen abdeckt.

ein Gastbeitrag von Reinhard Klopfleisch

Energie

Der Kohle-Sammler

Daniel Křetínský

Daniel Křetínský, Chef der Prager Energiefirma EPH, dürfte Ende August ein mächtiger Mann in Deutschlands Energielandschaft sein. Nach der mitteldeutschen Mibrag will der Multimilliardär nun auch Vattenfalls Braunkohle-Sparte in der Lausitz übernehmen. Kritiker fürchten, dass das undurchsichtige EPH-Investorengeflecht schnell Geld abschöpfen will, ohne sich langfristig zu binden oder einen Strukturwandel einzuleiten.

von Benjamin von Brackel

CO₂-Ausstoß als Maß aller Dinge

CO₂ zählen ist kein Klimaschutz

Kugeln eines Abakus

Unter Klimaschutz wird heute meist das Einsparen einer bestimmten Menge CO2-Äquivalent verstanden. Das ist eine simplifizierende Sichtweise, die zu einem bedenklichen Ablasshandel führt. Notwendige Änderungen am ökonomischen System werden so verschleppt.

ein Gastbeitrag von Camila Moreno, Lili Fuhr, Daniel Speich

Private Klimarettung

"Bill Gates' Energiewunder sind gefährlich"

Der optimistisch lächelnde Bill Gates, bei einem Vortrag von schräg unten aufgenommen.

Der Multimilliardär Bill Gates will zusammen mit Spitzenpolitikern und Konzernbossen den Klimawandel stoppen. Dazu hat er bereits viel Geld in die Hand genommen. Die Autorin und Gates-Expertin Kathrin Hartmann warnt jedoch davor, "die Zerstörer als Retter zu feiern". Private Gelder für den vermeintlich guten Zweck würden bestehende Missstände sogar oft noch zementieren.

Interview: Susanne Götze