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Jahresbilanz zum Emissionshandel

Zeit der CO₂-Überschüsse neigt sich dem Ende zu

Luftaufnahme: Großes Industriegebiet mit 250 Meter hohen Schornsteinen am rechten Rheinufer.

Zwanzig Jahre nach dem Start zeichnet sich beim Emissionshandel der EU eine Zeitenwende ab. In wenigen Jahren könnten die CO2-Zertifikate für Energiewirtschaft und Industrie tatsächlich knapp werden. Das sagt die Deutsche Emissionshandelsstelle voraus.

von Jörg Staude

Klimaschutz in der Industrie

"Dirty Thirty": Deutschlands klimaschädlichste Industrien

Blick vom Alsumer Berg auf die Kokerei Schwelgern und das Hochofenwerk Schwelgern.

30 Fabriken sind für ein Drittel aller industriellen CO2-Emissionen verantwortlich, zeigt eine Analyse von WWF und Öko-Institut. Besonders Stahl- und Zementindustrie klagen immer wieder, Prozesse ließen sich kaum dekarbonisieren. Mittlerweile gibt es aber jede Menge Alternativen.

von David Zauner

Gastbeitrag

Fallstricke des Carbon Farming

Drainage-Rohr gegen Bodenversalzung.

Landwirtschaft als bezahlte CO2-Senke: Die Idee klingt gut, ist aber nicht zu Ende gedacht. Denn die humusaufbauenden Maßnahmen müssen "für immer" beibehalten werden, das entstehende System ist instabil und nicht klimaresilient.

ein Gastbeitrag von Jan-Hendrik Cropp

Kraft- und Brennstoffe

FDP drängt zum Handeln mit CO₂

Aral-Tankstelle mit Preistafel, wonach der Liter Sprit 2,50 Euro kostet.

Schon im kommenden Jahr soll nach dem Willen der FDP ein neuer Emissionshandel für Verkehr und Gebäude starten. Doch das Instrument hat Schwächen: Für die Transformation von Gebäuden und Verkehr braucht es mehr als hohe CO2-Preise.

von Sandra Kirchner

Gastbeitrag

CO₂-Deckel der EU deckt Pariser Klimaziel nicht ab

Ein paar Leute halten sehr große schwarze Ballons mit der Aufschrift CO₂ hoch, vorn ein Transparent mit der Aufschrift: Klima, im Hintergrund ein Kohlekraftwerk.

Auch wenn mit der Reform des EU-Emissionshandels die CO2-Emissionen stärker "gedeckelt" werden, reicht das für einen 1,5‑Grad-Pfad nicht aus. Zudem bleiben die Emissionen aus der Abbaggerung der Kohle unter Lützerath eingepreist.

ein Gastbeitrag von Elena Hofmann, Viviane Raddatz

Kohlestrom und Emissionshandel

Wenn der Topf unterm CO₂‑Deckel größer wird

Eine Hand hebt den Deckel eines Kochtopfs hoch, der auf einem Elektroherd steht. Dampf entweicht.

Mehr CO2-intensiver Kohlestrom in Deutschland sei klimapolitisch kein Problem, weil die Emissionen im europäischen Emissionshandel "gedeckelt" sind, ist seit Wochen zu hören. Zweifel daran hat eine jetzt veröffentlichte Analyse des Berliner Beratungsinstituts Energy Brainpool bestätigt.

von Jörg Staude

Wirkung des EU-Emissionshandels

"Ordnungsrechtlich kommt der Kohleausstieg später als marktgetrieben"

An der Emissionshandelsbörse in Leipzig sitzt ein Mann am Computer und spricht in einen Telefonhörer.

Der steigende CO2-Preis wird in Deutschland sehr viel früher einen Kohleausstieg bewirken als gesetzlich vorgesehen, erklärt Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator-Forschungsinstituts MCC, im Interview mit Klimareporter°. Der Emissionshandel garantiere, dass zusätzliche Kohleverstromung die Klimaziele nicht gefährdet.

Interview: Jörg Staude

Reform des EU-Emissionshandels

Für 1,5 Grad beim Klima reicht der große Wurf noch nicht

Plenarsaal des EU-Parlaments während einer Debatte.

Nach monatelangen Verhandlungen einigen sich die EU-Gremien auf eine große Reform des CO2-Emissionshandels. Ob das auch ein großer Wurf für den Klimaschutz ist, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Für das Pariser 1,5-Grad-Ziel ist es jedenfalls noch nicht genug.

von Jörg Staude

klima update° – Folge 106

Katars Gaslieferung, CO₂‑Preis für Schiffe, Tuvalu zieht ins Metaverse

Aufschrift: klima update°. der klimareporter Podcast. aktuell mit: taz

Deutschland hat mit Katar mehr Flüssigerdgas-Lieferungen vereinbart, als zum Stopfen der Russland-Lücke nötig wäre. Die EU will Schiffe in den CO2-Emissionshandel einbeziehen. Der bedrohte Pazifikstaat Tuvalu hat sich als "erste digitale Nation" neu gegründet.

von Susanne Schwarz, Sandra Kirchner

EU-Emissionshandel

"Die kostenlose CO₂-Party muss ein Ende haben"

Michael Bloss steht mit verschränkten Armen auf einem überdachten Übergang im Europäischen Parlament in Straßburg.

Einen "europäischen Doppel-Wumms", der die Klima- und Energiekrise gleichermaßen löst, fordert der grüne EU-Abgeordnete Michael Bloss im Interview mit Klimareporter°. Um in Deutschland den CO2-Mehrausstoß durch das Wiederanfahren von Kohlekraftwerken zu begrenzen, müsse die Obergrenze im Emissionshandel sinken.

Interview: Jörg Staude

Kreislaufwirtschafts-Experte

"Müll verbrennen ist keine Dekarbonisierung"

In gefälligem Grün und Blau angestrichene Müllverbrennungsanlage im Industriepark Höchst in Frankfurt am Main.

Die von der EU geplante Einbeziehung der Müllverbrennung in den Emissionshandel ist überfällig, sagt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe. Für ein Unding hält er dagegen, dass in Deutschland die Verbrennung biogener Abfälle emissionsfreien Energiequellen wie Wind und Sonne gleichgestellt ist. Teil 1 des Interviews.

Interview: Jörg Staude

EU-Energie- und Umweltminister einig

E-Fuels kommen auf den Prüfstand

Auspuff eins Autos in Großaufnahme.

Ab 2035 werden in der EU nur noch Null-Emissions-Autos zugelassen. Ob das auch mit synthetischen Kraftstoffen möglich ist, soll geprüft werden. Darauf einigten sich die Energie- und Umweltminister der EU letzte Nacht. Beschlossen wurden auch Ausweitungen des Emissionshandels, einschließlich eines Sozialfonds.

von Jörg Staude

Beschlüsse des Europäischen Parlaments

Auch Müllverbrennung soll mit CO₂ handeln

Ein Kleintransporter mit Müllsäcken fährt durch die Einfahrt zur Müllverbrennungsanlage Bremerhaven, im Hintergrund steht die freundlich angestrichene Anlage mit rauchendem Schornstein.

Das EU-Parlament hat sich auf eine Reform des EU-Emissionshandels geeinigt. Ein Jahrzehnt lang soll es für die energieintensive Industrie weiter kostenlose CO2-Zertifikate geben. Verkehr, Gebäude und Müllverbrennung sollen in den Emissionshandel einbezogen werden. Das Echo auf die Einigung ist geteilt.

von Jörg Staude

"Fit for 55"-Paket für den Green Deal

EU-Parlament weist Klima-Paket teilweise zurück

Abstimmung Fit-for-55 im EU-Parlament

Beim Abstimmungsmarathon im Europäischen Parlament schicken die Abgeordneten die Emissionshandels-Reform zurück in den Umweltausschuss. Auch der soziale Klimafonds und der CO2-Grenzausgleich müssen neu verhandelt werden. Ab 2035 sollen keine neuen Verbrenner-Autos mehr zugelassen werden.

von Sandra Kirchner

Energiepaket "Repower EU"

So will die EU weg von russischer Energie

Solaratlas Berlin

Mit einem umfangreichen Energiepaket will die EU-Kommission die Abhängigkeit von russischen Importen beenden. 300 Milliarden Euro sollen dafür bis 2030 fließen. Die geplanten Maßnahmen im Überblick.

von Verena Kern

Pläne des Europäischen Parlaments

Aus einem CO₂-Handel könnten drei werden

Eine dreispurige Autobahn

2026 soll zum bisherigen Emissionshandel in Europa ein zweiter für Gebäude und Verkehr hinzukommen – und 2029 möglicherweise ein dritter für die Bürger in den EU-Staaten. Darauf laufen Reformpläne hinaus, die heute der Umweltausschuss des EU-Parlaments verabschiedete.

von Jörg Staude

EU-Parlament einigt sich

Vorerst keine CO₂-Abgabe für Haushalte

Das postmoderne Glasgebäude des Europäischen Parlaments in Brüssel trägt dort den Spitznamen Weichkäse.

Auch das Europaparlament will den EU-Emissionshandel auf die Bereiche Gebäude und Verkehr ausweiten – aber zunächst nur für Unternehmen. Erst ab 2029 sollen sich durch den Emissionshandel Heizenergie und Kraftstoffe auch für private Haushalte verteuern.

von Joachim Wille

Gastbeitrag

CO₂-Preis trifft Energiekrise

Emissionshandel weltweit

Bei den jetzigen hohen Energiepreisen droht in vielen Ländern ein Zurückfahren von Klimaschutz. Dabei gibt es längst erprobte Instrumente, um Dekarbonisierung zu fördern und sozial Benachteiligte nicht übermäßig zu belasten. Ein Drittel der Weltbevölkerung lebt bereits im Wirkungsbereich von Emissionshandelssystemen.

ein Gastbeitrag von Stefano De Clara

Gastbeitrag

Emissionshandel mit null Wirkung

Renault Zoe

Für die beiden Elektroautos, die wir als Familie seit Jahren besitzen, können wir jetzt CO2-Emissionszertifikate verkaufen. Deren Klimaschutzwirkung ist allerdings gleich null. Was für eine Geschäftemacherei zum Schaden des Klimas!

ein Gastbeitrag von Hans-Josef Fell

Sozial-ökologische Steuerreform

"Der Klimabonus ist sozial treffsicher"

Bus und Straßenbahn in Graz, die Tram heißt dort Variobahn.

Österreich führt einen CO2-Preis ein und zahlt die Einnahmen pro Kopf als "Klimabonus" zurück. Ein richtiger und wichtiger Schritt, sagt der Ökonom Joel Tölgyes – aber zu zaghaft, um Wirtschaft und Haushalte zum ökologischen Umsteuern zu bewegen.

Interview: Christof Mackinger (Wien)