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Paris hält gesund

Internationale Medizinexperten haben im renommierten Fachmagazin Lancet analysiert, wie sich eine an den Paris-Zielen ausgerichtete Politik auf die öffentliche Gesundheit auswirken würde. Zum Beispiel in Deutschland. Mit erstaunlichem Ergebnis.


Ratatouille in der Pfanne, von oben aufgenommen.
Pariser Zwiebelsuppe – oder diese leckere Ratatouille? Der Klimavertrag ist auch noch gesund. (Foto: Christian Burri/​Unsplash)

Milliardenschäden durch Wetterextreme. Wachstum durch Investitionen in Ökostrom-Anlagen. Jobverlust durch grüne Politik. Das sind die "harten" Themen, um die es normalerweise in den Debatten um den Klimaschutz geht.

Oder, weiter gefasst: Ergibt es ökonomisch Sinn, die Paris-Ziele einzuhalten, das heißt, die Erderwärmung per Energiewende bei weniger als zwei, am besten 1,5 Grad zu stoppen? Oder bringt es mehr, höhere Temperaturen zuzulassen und dafür mehr Geld in Strategien zur Anpassung zu stecken?

Darüber kann man ernsthaft debattieren. Allerdings bleibt dabei oft ein "weicher" Faktor unterbelichtet, der nichtsdestotrotz große Bedeutung für uns alle hat: unser Körper.

Insofern ist es verdienstvoll, dass internationale Medizinexperten jetzt im renommierten Fachmagazin The Lancet analysiert haben, wie sich eine an den Paris-Zielen ausgerichtete Politik auf die öffentliche Gesundheit auswirken würde. Zum Beispiel in Deutschland.

Die Ergebnisse sind erstaunlich. Erreicht die Bundesrepublik eine CO2-Reduktion, die auf den "Paris-Pfad" führt, könnten statistisch gesehen bis 2040 rund 160.000 vorzeitige Todesfälle jährlich vermieden werden.

Im Einzelnen: etwa 140.000 durch eine bessere Ernährung, nämlich mehr Obst, Gemüse und Nüsse, dafür weniger Fleisch und verarbeitete Lebensmittel. Rund 15.000 aufgrund von besserer Luftqualität, nämlich durch weniger fossile Energieerzeugung. Und etwa 5.000 durch mehr Bewegung, das heißt mehr Fortbewegung zu Fuß und mit dem Rad statt im Auto.

In Euro umrechnen?

Natürlich haben die Mediziner nicht nur Deutschland betrachtet, sondern insgesamt acht Länder, die zusammen 50 Prozent der Weltbevölkerung und 70 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen ausmachen. Nämlich auch China, Indien, die USA, Brasilien, Großbritannien, Indonesien und Nigeria.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

Würden sie alle eine Paris-kompatible Politik machen, könnte die Zahl der frühzeitigen Todesfälle um jährlich über zehn Millionen sinken.

Und dabei fällt auf: Deutschland würde im Vergleich zu den anderen Ländern prozentual gesehen am meisten durch eine gesündere, klimafreundliche Ernährung profitieren.

"Paris" in die Tat umzusetzen ist also auch ein Gesundheitsprogramm. Das könnte man in "harte Fakten", also in Euro umrechnen. Weil es das Gesundheitssystem entlastet. Aber das ist dabei ja wohl nicht das wichtigste.

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