Unsere Zukunft auf dem Teller

Die Ernährung der Deutschen ist nicht klimaverträglich. Dabei will sich die Hälfte von ihnen gesünder ernähren, ergab eine Umfrage einer großen Krankenkasse. Das wäre nicht nur fürs persönliche Wohlbefinden gut, sondern auch fürs Klima.


Verschiedene Gemüse wie Kürbis und Kohl in einer Reihe
Öfter mal auf Fleisch verzichten und mehr Gemüse essen ist für die Gesundheit und fürs Klima gut. (Foto: Martina Janochová/​Pixabay)

Na, wie ist es mit den guten Vorsätzen für 2020? Stress vermeiden, mehr Zeit für die Familie, umwelt- und klimafreundlicher leben. Diese drei stehen ganz oben bei den Deutschen – wie eine Umfrage der Krankenkasse DAK zeigte, mit jeweils 64 Prozent.

Schon über zwei Wochen sind geschafft, und es sieht sicher gut aus damit. Schließlich hat ein neues Jahrzehnt begonnen, und alle wissen ja: Es liegt nicht nur an Trump und Co, ob es goldene Zwanziger werden oder düstere. Sondern auch an uns.

Gesünder ernähren wollen sich übrigens 53 Prozent. Mehr als die Hälfte! Das ist löblich, zumal es sich prima mit dem Hauptvorsatz verbinden lässt, umwelt- und klimafreundlicher zu leben.

Gerade hat das Öko-Institut dazu Wegweisendes publiziert. "Die Zukunft liegt auf unseren Tellern", heißt der Blogbeitrag, der aus Anlass der heute beginnenden Grünen Woche in Berlin erschienen ist, der traditionellen Leistungsschau der deutschen Agrarwirtschaft.

Bedenkliches liest man in dem Beitrag. Allein mit der Ernährung verursachen wir heute mehr Treibhausgase, als das deutsche Klimabudget 2050 noch hergibt, wenn die Ziele des Paris-Abkommens eingehalten werden sollen.

Das heißt: Selbst wenn alle anderen Sektoren wie Stromproduktion, Verkehr und Gebäudeheizung nur noch hocheffizient und komplett mit Ökoenergie betrieben werden, überschreiten die Emissionen aus dem Ernährungsbereich die noch verträgliche Treibhausgas-Menge von einer Tonne pro Kopf und Jahr.

Zum Vergleich: Heute liegen die Pro-Kopf-Emissionen der Bundesdeutschen bei mehr als elf Jahrestonnen.

Abnehmen, wie es 36 Prozent von uns vorhaben, brächte schon mal was, obwohl man's nicht übertreiben sollte. Klar: Lebensmittel, die nicht gegessen werden, müssen auch nicht aufwändig hergestellt werden. Doch das allein reicht natürlich nicht. Und für Normalgewichtige ist Abnehmen sowieso keine Lösung.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Onlinemagazins Klimareporter°.

Vielmehr: Unser aller Ernährungsgewohnheiten müssen sich ändern. Weniger Fleisch- und Milchprodukte, mehr pflanzliche Nahrung. Und: Lebensmittelabfälle vermeiden.

Die Expertinnen des Öko-Instituts rechnen vor, was welche Maßnahme bringt. Zum Beispiel: Würden wir ein Viertel weniger Fleisch essen, brächte das allein schon eine Einsparung von drei Millionen Tonnen Treibhausgasen im Jahr, so viel wie ein Tempolimit auf Autobahnen.

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