Nur wenn unser Land friedenstüchtig wird, kann Klimaschutz erfolgreich sein
Die beschlossene Erhöhung der Militärausgaben auf fünf Prozent vom Bruttoinlandsprodukt wird über 40 Prozent des Bundeshaushalts beanspruchen. Fürs Klima wird dann nicht mehr viel übrig bleiben.
Ohne Wumms: Die EU auf der Weltklimakonferenz in Brasilien
Will die EU ihren Führungsanspruch beim Klimaschutz erneuern, muss sie ihren Ansatz zur internationalen Klimafinanzierung überdenken. Europa sollte den Partnerländern entgegenkommen, Emissionsvermeidung und Klimaanpassung als Paket behandeln und nicht gegeneinander ausspielen.
ein Gastbeitrag von Steffen Bauer, Svea Koch,Mariya Aleksandrova
EU-Kommission senkt CO₂-Ziele für Neuwagen, Pensionsfonds ziehen Geld von Blackrock ab, weltweite Gletscherschmelze
Die Europäische Kommission will dem Verbrennungsmotor mehr Zeit geben. Niederländische Fonds desinvestieren 19 Milliarden Euro aus dem weltgrößten Vermögensverwalter. Jeder zweite Alpengletscher ist bald weg.
Die Europäische Union baut ihre langfristige Haushaltsplanung um. Umwelt-, Natur- und Klimaschutz könnten dabei unter die Räder kommen, befürchten zivilgesellschaftliche Organisationen.
Der Verbrenner darf länger laufen. Für Europas Autoindustrie ist das keine gute Lösung. Mit der weltweiten Konkurrenz mitzuhalten, wird ihr erschwert statt erleichtert.
Die Abkehr vom Verbrennerverbot mag kurzfristig Konflikte entschärfen. Langfristig untergräbt sie Europas Wettbewerbsfähigkeit genauso wie die Klimaziele.
Streit ums Heizungsgesetz, EU verschiebt entwaldungsfreie Lieferketten, Regen in Teheran
Das Gebäudeenergiegesetz soll künftig Gebäudemodernisierungsgesetz heißen. Die EU-Verordnung gegen Entwaldung wird erneut verschoben und zudem aufgeweicht. In Irans Hauptstadt hat es am Mittwoch erstmals seit Monaten geregnet.
Die Umweltbilanz von Europas Elektroautos könnte laut einer Analyse deutlich positiver ausfallen, wenn klimafreundlich hergestelltes Aluminium zum Einsatz käme. Das würde eine industriepolitische Weichenstellung erfordern.
Die Kreislaufwirtschaft in der EU kommt beim Hausmüll kaum voran, moniert der Europäische Rechnungshof. Die Voraussetzungen für eine tragfähige Recyclingindustrie fehlen.
Die Bundesregierung will den Verbrenner retten, die EU-Kommission lässt sich einspannen. Europas Autobauer drohen auf dem Weltmarkt weiter zurückzufallen.
EU blockt Überprüfung kritischer Rohstoffprojekte ab
Die EU will mit neuen Bergbauprojekten ihre Importabhängigkeit bei kritischen Rohstoffen verringern. Umweltorganisationen sehen ökologische und soziale Risiken und fordern Neubewertungen. Die EU-Kommission mauert.
Die schwarz-rote Koalition will das EU-weit beschlossene Enddatum für Neuwagen mit Verbrennungsmotor kippen. Statt klare Signale an Kaufwillige und die Autoindustrie zu geben, fährt sie weiter einen fatalen Kurs des Zögerns.
Ein Biokraftstoff-Boom ist kein Weg, um das Verbrenner-Aus der EU aufzuweichen, warnt der europäische Dachverband Transport and Environment. Die benötigten Mengen nachhaltig zu produzieren, sei unmöglich.
EU-Klimaziel beschlossen, Lücken beim Klimaschutz, Amazonas-Regenwald wird weniger abgeholzt
Die EU-Länder haben sich auf ein Klimaziel für 2040 geeinigt – mit deutlichen Abstrichen. Auch mit den neuen Klimaplänen der Staaten wird die Erderhitzung nicht genug gebremst. Die Abholzung im brasilianischen Amazonas-Regenwald ist zurückgegangen.
Aus Angst vor der eigenen Courage bringt die EU zum Weltklimagipfel in Brasilien nur ein aufgeweichtes Klimaziel mit. Dennoch sollte sie dort versuchen, zusammen mit China die destruktiven Kräfte zu stoppen.
Wegen Bedenken zur Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft schwächen die EU-Umweltminister die Klimavorgaben ab. Das gefährdet den europäischen Klimaschutz, bestraft Vorreiter für Klimaneutralität und begünstigt Geschäfte der fossilen Lobby.
Gut, dass sich die EU auf Preissprünge vorbereitet, die der neue Emissionshandel für Verkehr und Gebäude ab 2027 für einen Teil Europas bringen wird. Aber eine soziale Klimapolitik darf keine wirkungslose sein.
Die EU-Kommission stellt nach massiver Kritik den ab 2027 geplanten Emissionshandel für Verkehr und Gebäude neu auf. Ein drohender "Energiepreisschock" soll verhindert werden – zulasten der Klimaziele in Europa.
Das vorgeschlagene EU-Klimaziel für 2040 könnte gegen Völkerrecht verstoßen. Die weltweite Energie- und Verkehrswende kommt viel zu langsam voran. Hilfen zur Klimaanpassung fließen kaum in die Länder, die sie besonders dringend brauchen.