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Werden nicht überall in Europa viele neue, billige Kernkraftwerke gebaut? Und sollte Deutschland dabei wirklich zusehen?

Über neue Kernkraftwerke in Europa wird gerne geredet. Powerpoint-Reaktoren gibt es viele. Bauruinen aber auch, wie die in Polen. Ernsthaft im Bau sind nur wenige, zum Beispiel in Großbritannien.

Dort ging das letzte neue Atomkraftwerk vor über 20 Jahren ans Netz. Seitdem wurden mehr als 20 Reaktoren endgültig stillgelegt. Nicht gut für ein Land, das auch weiterhin die Atombombe beherrschen will.

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.

Der Kraftwerks-Neubau Hinkley Point C sollte nun den Anschluss wahren und ursprünglich 19 Milliarden Euro kosten. Inzwischen sind die Baukosten auf 38 Milliarden Euro explodiert. Finanzierung offen.

Bereits vor der Kostenexplosion sollte der Atomstrom mindestens dreimal so teuer sein wie Strom von neuen Solarkraftwerken.

Warum sollte Deutschland wirklich auf neue Milliardengräber setzen, wenn wir unseren Energiebedarf viel billiger mit Solar- und Windkraft decken können?

Und da erneuerbare Energien schon über 50 Prozent unseres Strombedarfs liefern, ließen sich Kernkraftwerke nur schwer ins Netz integrieren. Stop-and-Go können Sie nämlich nicht. Dafür brauchen wir schnell regelbare Kraftwerke und Speicher.

Kernkraftwerke sind nach wie vor eine Hochrisikotechnologie, irre teuer, als Backup für Solar- und Windkraftwerke ziemlich ungeeignet, und die Atommüll-Endlagerung ist nach wie vor ungeklärt.

Was bringt Menschen in der Politik dazu, diese Fakten permanent zu ignorieren?

 

 

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