Deutschland: Kein Jahr war heißer als 2018

Wenige Tage vor dem Jahreswechsel bestätigt der Deutsche Wetterdienst, dass seit Beginn der deutschlandweiten Messungen kein Jahr so warm war wie 2018. Unterdessen gehen die Schülerstreik-Aktionen für ernsthafte Klimapolitik weiter.


Silhouette einer Skyline vor einem roten Himmel
Mit dem Klimawandel werden heiße Tage in Deutschland häufiger. (Foto: Nadine/​Pexels)

Was mancher nach dem ausgedehnten Sommer schon vermutet hatte, ist nun offiziell bestätigt: Seit Beginn der systematischen Messungen erreichte kein Jahr so hohe Temperaturen in Deutschland wie 2018. Das hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitgeteilt. "Hinter uns liegt ein außergewöhnliches Wetterjahr", fasste DWD-Vizepräsident Paul Becker die Bilanz zusammen.

2018 war demnach mit 10,4 Grad Celsius das wärmste Jahr seit dem Beginn deutschlandweiter Wetterbeobachtungen im Jahr 1881. "Das ist ein trauriger Rekord", sagte Becker.

Der Trend zeichnete sich bereits im Frühling ab. Schon der April und der Mai waren deutlich zu heiß. Es folgte eine monatelange Hitzewelle mit fatalen Auswirkungen auf Land- und Forstwirtschaft, Flüsse, Kraftwerke und die menschliche Gesundheit, die vor allem durch die extreme Trockenheit verstärkt wurde. Dieses Jahr dürfte eines drei der trockensten Jahre seit 1881 sein. 

Laut DWD lag die Durchschnittstemperatur um 2,2 Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Damit habe das laufende Jahr das bisher wärmste Jahr 2014 um 0,1 Grad übertroffen. Acht der neun wärmsten Jahre seit 1881 fallen in das 21. Jahrhundert, eine Entwicklung, die für die Wetterbehörde außergewöhnlich ist. "Diese auffällige Ballung warmer Jahre zeigt ganz klar: Die Erwärmung ist ungebremst, der Klimawandel hat Deutschland im Griff", sagte Becker.

Wort des Jahres 2018: Heißzeit

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat "Heißzeit" zum Wort des Jahres 2018 gewählt. Die Wortbildung beziehe sich nicht nur auf den extremen Sommer dieses Jahres, sondern auch auf den Klimawandel. 

Weil die Politik trotz der sich häufenden Alarmsignale nach ihrer Ansicht keine ernsthaften Maßnahmen gegen die Klimakrise ergreift, sind am gestrigen Freitag erneut Schüler in den Streik getreten – inspiriert von der 15-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die mit ihrem Protest vor dem Parlament in Stockholm und ihrer Rede auf dem Klimagipfel in Katowice die weltweite Klimabewegung inspiriert hat.

In Potsdam versammelten sich etwa 140 Schüler vor dem Landtag, in Osnabrück schwänzten 60 Kinder die Schule fürs Klima und auch vor dem Bundestag in Berlin demonstrierten Jugendliche für Klimaschutz. In der Schweiz protestierten Hunderte Schüler, weil die Abgeordneten im Nationalrat das geplante CO2-Gesetz erst verwässert und letzten Endes abgelehnt haben.

Die ungewöhnlichen Wetterbedingungen hatten aber auch ein Gutes: 2018 war mit weit über 2.000 Sonnenstunden zugleich das sonnenscheinreichste Jahr in Deutschland seit Messbeginn im Jahr 1951. Die Solarbranche hatte schon im September bekannt gegeben, dass 2018 ein Rekordjahr für die Erzeugung von Solarstrom in Deutschland werden wird.

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