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Unterlasst es, unseren Planeten zu verfeuern!

Heute gehen die Klimaaktivisten von "Ende Gelände" wieder in die Grube. Kathrin Henneberger, Pressesprecherin des Aktionsbündnisses, wurde von RWE aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Jetzt fordert sie RWE auf: Hört auf, die Klimakrise weiter anzuheizen.


Weiß gekleidete Demonstranten von
Klimaaktivisten von "Ende Gelände" ziehen zum Tagebau Hambach, um für eine Zukunft ohne Kohle zu demonstrieren. (Foto: Nora Börding/​Ende Gelände)

Vor wenigen Wochen schickte mir RWE ein Hausverbot und eine Unterlassungserklärung, die ich unterschreiben soll, weil sich der Konzern von meiner Arbeit als Pressesprecherin des Klimabündnisses "Ende Gelände" erheblich gestört fühlt. Stattdessen möchte ich heute eine eigene Unterlassungserklärung zurücksenden: die Aufforderung an RWE, unsere Zukunft nicht weiter für kurzfristige Profite zu zerstören.

Während ich diese Zeilen schreibe, tauen die Permafrostböden in Sibirien und schmilzt der Grönlandeisschild. Wir beginnen die Kipppunkte unseres Klimasystems zu überschreiten. Die Lage ist verdammt ernst und wenn wir jetzt nicht sofort Maßnahmen ergreifen, werden wir Menschen die Klimakrise nicht mehr unter Kontrolle bringen können. Fakt ist: Wir rasen gerade ungebremst auf eine vier bis sechs Grad heißere Welt zu.

Das ist eine Welt, die wir uns nicht vorstellen können, in der wir definitiv nicht leben wollen. Wir muten es aber den Menschen in den Ländern des Südens und unseren Kindern zu. Warum? Damit ein kleiner Teil der Menschheit heute in Reichtum leben kann. Damit Kohlekonzerne wie RWE kurzfristige Gewinne erzielen, ohne sich darum zu kümmern, wer am Ende die wirkliche Zeche zahlen muss.

Die Zeit der fossilen Energie ist vorbei!

Liebe Konzerne und eure politischen Verbündeten: Eure Zeit ist abgelaufen. Ihr habt es innerhalb von wenigen Jahrzehnten geschafft, die Lebensfreundlichkeit unserer Erde massiv zu gefährden. Ihr habt das sechste große Massenaussterben verursacht. Trotz der klaren Warnungen der Wissenschaft macht ihr weiter, als wäre nichts. Ich fordere euch jetzt zum letzten Mal auf: Unterlasst es, mit Kohleverstromung weiter die Klimakrise anzufeuern!

Ich weiß, ihr werdet nicht auf mich hören. Aber glücklicherweise sind wir nicht auf euch angewiesen und haben auch keine Sekunde daran geglaubt, dass ihr beginnt, Verantwortung zu übernehmen.

Foto: privat

Zur Person

Kathrin Henneberger, Jahr­gang 1987, ist stu­dier­te Geo­gra­fin und lebt in Köln. Seit ihrer Ju­gend ist sie Kli­ma­ak­ti­vis­tin, zur­zeit un­ter an­de­rem als Pres­se­spre­che­rin von "Ende Gelände". 2008 und 2009 war sie Bun­des­spre­che­rin der Grü­nen Ju­gend.

Ob es euch passt oder nicht: Als Bewegung für Klimagerechtigkeit – für ein gutes Leben aller Menschen – sind wir gerade dabei, eine ganz andere, eine solidarische Weltgemeinschaft aufzubauen. Massenproteste haben schon oft in der Geschichte große Veränderungen erkämpft, auch und besonders mit zivilem Ungehorsam.

Unser Protest gegen Kohleverstromung ist dabei erst der Beginn. Wir werden uns nicht mit einem "Status quo minus Klimakrise" zufriedengeben. Das bisherige Wirtschaftssystem muss grundsätzlich verändert werden und darf nicht länger Mensch und Natur ausbeuten.

Solidarität ist unsere Antwort auf die Klimakrise

Die Braunkohletagebaue von RWE im Rheinland sind die größte CO2-Quelle Europas, hier ist ein Ort, der weltweit großes Leid verursacht. Es ist unsere Verantwortung, dem endlich ein Ende zu bereiten. Tausende von Klimaaktivistinnen und Aktivisten aus ganz Europa haben sich deshalb wieder auf den Weg ins Rheinland gemacht. Mit ihren Körpern werden sie sich in den Braunkohletagebauen der Zerstörung durch die Kohlebagger in den Weg stellen.

Im Angesicht der Klimakrise fordern wir den sofortigen Kohleausstieg. Wir stehen dabei solidarisch an der Seite der Menschen in den Ländern des globalen Südens, deren Lebensgrundlage bereits jetzt vernichtet wird.

Und genauso, wie die am heutigen Freitag demonstrierenden Schülerinnen und Schüler mit uns solidarisch sind, stehen wir an ihrer Seite und gehen auch für sie in die Grube. Gemeinsam, als starke und vereinte Klimabewegung, beenden wir das Zeitalter der Fossilen. Gemeinsam fordern wir an diesem Wochenende: "Klimagerechtigkeit jetzt!"

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