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Klima-Spaß statt Klima-Qual

Klimawende heißt auch Änderungen im Lebensstil. Viele fürchten, etwas zu verlieren, doch eine neue Studie macht Hoffnung: Klimaschutz bedeute vor allem mehr Lebensqualität und nicht qualvollen Verzicht. Stimmen müssen aber die Angebote.


Buffet
Ist Kantinen- und Mensaessen wohlschmeckend und erschwinglich, hat niemand ein Problem damit, wenn es auch klimafreundlich und gesund ist. (Foto: HNBS/​Pixabay)

Die "Ampel" hat sich beim Thema Klimaschutz viel vorgenommen. Sogar FDP-Chef Lindner lobte, Deutschland habe nun den ambitioniertesten CO2-Einsparplan aller Industrienationen.

Die Unterstützung vieler Bürger hat die neue Koalition dafür. Zumindest im Allgemeinen. Die Zustimmungsraten zur Energiewende sind in Umfragen hoch.

Freilich bröckeln sie, wenn es etwa darum geht, auf Flugreisen zu verzichten, das eigene Auto abzuschaffen oder für das Treibhausgas CO2 einen angemessenen Preis zu zahlen. Die Sorge, etwas vom gewohnten Lebensstandard abgeben zu müssen, ist groß, Klimaschutz hin oder her.

Dabei können die Privathaushalte durchaus viel beitragen, um die Gesellschaft auf Paris-Kurs zu bringen. Das Potenzial der Klimalösungen auf der "Nachfrageseite" ist groß: Sie können bei Gebäuden, Verkehr, Ernährung und Konsumprodukten 40 bis 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen einsparen.

Eine neue Studie macht hier nun Hoffnung. Ein Forschungsteam aus 17 Ländern, unter anderem aus Deutschland, den USA, Australien, Japan, Indien und Mexiko, kam zu dem Ergebnis: Die nötigen Änderungen im Lebensstil bedeuteten "nicht qualvollen Verzicht, sondern ganz überwiegend sogar ein Mehr an Lebensqualität".

Um was es geht? Etwa eine aktive Fortbewegung zu Fuß oder per Fahrrad statt Autonutzung, eine Umstellung der Ernährung hin zu gesundem Protein statt Fleisch täglich oder das Wiederverwerten und Recycling von Material statt Ex-und-hopp-Entsorgung.

Klimapolitik

Joachim Wille ist Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

Messbare Folgen waren zum Beispiel: eine höhere Lebenserwartung bei einer stärker pflanzenbasierten Ernährung, bessere Luftqualität beim Ersetzen von Energie aus Kohle und Öl durch Ökostrom und ein besserer sozialer Zusammenhalt in klimafreundlichen Städten. Laut Studie sind die Effekte auf die Lebensqualität zu 79 Prozent positiv, zu 18 Prozent neutral und nur zu drei Prozent problematisch.

Interessant: Die Studie räumt mit der Vorstellung auf, es komme nur darauf an, aus eigenem Antrieb aktiv zu werden. Das federführende Berliner Klimainstitut MCC betont, die Politik sei hier genauso gefordert wie etwa beim Ausbau der Öko-Energien.

Die gute Nachricht

Alles geht den Bach hinunter? Den Eindruck kann man beim (Klima-)​Nachrichtenlesen leicht bekommen, und oft stimmt er. Aber es gibt auch positive Entwicklungen. Die sammeln wir hier.

Verhaltensänderungen hängen laut MCC ganz wesentlich von Infrastruktur-Angeboten ab – wie etwa sicheren Fahrradwegen, flächendeckenden Reparatur-Zentren und guten Öko-Kantinen. Ergo: Ein Job nicht nur für uns, sondern auch für die Ampel.

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