Quaschning erklärt: Verbrenner-Verbot

Wollen wir unsere Klimaziele im Verkehr wirklich einhalten, brauchen wir ein Neuzulassungsverbot für Verbrenner-Autos. Und das schon ab 2025. Bezahlbare E-Fuels als alternativen Kraftstoff wird es nicht geben.


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Ein Verbot neuer Benzin- und Dieselautos in der EU bis 2035 – geht's noch?

Moment mal. In Deutschland sind die Treibhausgasemissionen des Straßenverkehrs seit 1990 nicht gesunken. Immer mehr schwerere und schnellere Autos fressen die Erfolge sparsamerer Motoren komplett wieder auf.

Inzwischen haben wir fast dreimal so viele Autos wie Ehepaare. "Autos statt Kinder", lautet die Devise.

Klimaschutz können wir so vergessen. Ein Verbrenner verheizt in seinem Leben 80 Badewannen voll Erdöl – Umweltverschmutzung, Unterstützung von Autokraten und Kriegstreibern sowie Ölpest inklusive. Dabei entstehen 30 Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid.

Bezahlbare E-Fuels, die das ändern könnten, gehören leider ins Märchenreich.

Neue Verbrennerautos, die 2035 noch zugelassen werden, fahren bis 2055. Deutschland muss aber spätestens 2045 klimaneutral sein, damit die Klimakrise nicht in der totalen Katastrophe endet.

Wie soll das funktionieren? Alle Verbrenner nach zehn Jahren in die Schrottpresse?

Genau darum brauchen wir ein Verbrennerverbot, aber nicht erst 2035, sondern schon zehn Jahre früher.

Warum werden beim Mobilitätsgipfel im Kanzleramt fast nur Auto-Bosse eingeladen und warum redet niemand mal Tacheles?

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energie­systeme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energie­wende gelten als Standard­werke.

 

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