"Aktiver Klimaschutz beginnt zu Hause", will das Bundeswirtschaftsministerium jetzt der Öffentlichkeit weismachen. Hält man es im Haus von Minister Altmaier auch für denkbar, dass aktiver Klimaschutz im Gesetzgebungsverfahren beginnt?
Von Januar bis März stammte jede zweite Kilowattstunde, die ins deutsche Stromnetz eingespeist wurde, aus erneuerbaren Quellen – dank günstiger Winde, milder Witterung und beginnender wirtschaftlicher Auswirkungen der Coronakrise.
Dass Stromverbrauch und Strompreise sinken, macht der Wirtschaft Sorgen, weil deswegen 2021 die EEG-Umlage und damit die Stromkosten steigen könnten. Das steht zwar keineswegs fest, der DIHK fordert aber schon jetzt, die fürs nächste Jahr beschlossene nationale CO2-Bepreisung aufzuschieben.
Für das Weltklima hält der neue Weltenergiebericht der IEA keine guten Nachrichten bereit. Bei den energiebedingten CO2-Emissionen ist eine Trendwende nicht in Sicht. Der globale Ölverbrauch soll bis 2040 weiter wachsen. Kritiker halten die Organisation für industriegelenkt.
Der sinkende Einsatz von Kohle macht sich offenbar langsam bei den deutschen CO2-Emissionen bemerkbar. An die Stelle der Kohle treten zunehmend erneuerbare Quellen sowie Erdgas, legt die jetzt veröffentlichte Prognose der AG Energiebilanzen für 2019 nahe.
Wie kann eine Energieversorgung aussehen, die sozial gerecht, demokratisch und klimaschützend ist? Eine Vision: Im Jahr 2048 gibt es die 1.250-Watt-Gesellschaft und solidarische Produktionsgemeinschaften. Was es nicht mehr gibt: CO2-Emissionen in allen Sektoren und Profite im Energiebereich.
Kaum jemand glaubt noch an selbstfahrende Autos, sagt Tilman Santarius, Professor für nachhaltige Digitalisierung an der TU Berlin. Auch Blockchain und künstliche Intelligenz werden überschätzt. Es gibt aber viele sinnvolle Möglichkeiten der Digitalisierung – die gesellschaftlich durchgesetzt werden müssen.
Ob für den Flug- oder Schiffsverkehr oder fürs ungebremste Autofahren: "Synthetic fuels" – mit Ökostrom hergestellte Brennstoffe – sind gerade der klimapolitische Renner. In einem Dossier warnen jetzt 23 Wissenschaftler vor falschen Hoffnungen in die Power-to-X-Technologien. Deren Ausbau habe nur Sinn, wenn Deutschland seinen Energieverbrauch halbiert.
Eine radikale Forderung angesichts des Baubooms: Der Architekturprofessor Günter Pfeifer plädiert für einen Paradigmenwechsel beim Bauen, hin zu einem integrierten Klima- und Ressourcenschutz. Im Entwurf für das geplante Gebäudeenergiegesetz kann er davon nichts erkennen.
In Heidelberg entsteht mit der Bahnstadt die größte Effizienz-Siedlung der Welt. Den Passivhaus-Standard für die Wohnhäuser verbindlich festzuschreiben war für die Stadtverwaltung nicht schwierig. Für die anderen Gebäude musste sie die Details aber erst noch definieren.
Bei den Berliner Energietagen diskutieren 9.000 Fachleute, wie die Energiewende in Deutschland wieder vorankommen kann. Während Umweltministerin Schulze Optimismus versprüht, machen die Experten überall Stoppschilder aus, von der Gebäudeeffizienz bis zum Verkehr.
Klimaanlagen haben wegen ihres hohen Stromverbrauchs einen schlechten Ruf. Forscher schlagen jetzt vor, sie zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen zu nutzen.
Die Europäische Union ist der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für viele Länder. Deren Produkte müssen daher europäischen Standards genügen – was der EU weitreichende Einflussmöglichkeiten gibt. So setzt sie günstige Energiesparlampen und eine nachhaltige Fischereipolitik in Thailand durch.
Industrierabatte auf EEG-Umlage keine staatliche Beihilfe
Der Europäische Gerichtshof hat einen Beschluss der EU-Kommission für nichtig erklärt, nach dem etliche deutsche Industrieunternehmen im Sinne eines fairen Wettbewerbs EEG-Umlage nachzahlen mussten. Es gibt aber trotz der neuen Rechtslage Argumente gegen die Privilegien für die Konzerne.
Um neun Milliarden Euro niedriger könnten die Stromrechnungen der bundesdeutschen Haushalte sein, würden diese engagiert Strom sparen, verkündet der neueste "Stromspiegel". Das würde so viel CO2 einsparen, wie ein großes Braunkohlekraftwerk ausstößt. So gute Nachrichten rufen Zweifel hervor.
Handys, Tablets, Computer sowie Surfen, Streamen und Co steigern den Energieverbrauch immer stärker, wie eine neue Studie zeigt. Die Hoffnung, dass die volldigitale Welt automatisch die Lösung für die Klimakrise liefert, müsse beerdigt werden.
Blockchain-Anwendungen schaden durch ihren enormen Energieverbrauch Umwelt und Klima. Doch die Politik hat einen Hebel, um für mehr Energieeffizienz zu sorgen, sagt der Berliner Internet-Experte Fabian Reetz im Klimareporter°-Interview.
Der Chef einer kanadischen Börse für Digitalwährungen hat das Passwort angeblich mit ins Grab genommen. Die Anleger kommen nicht mehr an ihr Geld. Der Skandal dürfte dem Image von Bitcoin und Co weiter zusetzen – das spart zwar viel Energie, produziert aber jede Menge Elektroschrott.
Ein Jahr lang haben 100 Berliner Haushalte versucht, klimaneutral zu leben, ein Experiment Potsdamer Wissenschaftler. Zu den Lehren gehört: Fliegen verhagelt die Ökobilanz unwiederbringlich. Und ohne einen politischen Wandel kann kein einzelner Mensch seinen CO2-Fußabdruck ausreichend verkleinern.
Bis 2040 wird der weltweite Energiebedarf um ein Viertel steigen, rechnet die Internationale Energieagentur IEA in ihrem neuen Ausblick vor. Experten kritisieren, dass die IEA der Kohle eine Zukunft mit CO2-Speicherung vorhersagt und die Entwicklung der Solarenergie einmal mehr unterschätzt.