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Was soll der ganze Hype um E‑Autos, Windkraft und Solarenergie – sollten wir beim Klimaschutz nicht besser auf eine Wasserstoffwirtschaft setzen?

Herkömmlicher grauer Wasserstoff ist superdreckig. Er wird aus Erdgas gewonnen und verursacht ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Nur grüner Wasserstoff ist klimaneutral.

Und wie, glaubt ihr, wird der hergestellt? Aus Wasser, mit Strom von Windkraft- und Solaranlagen. Und weil bei der Herstellung hohe Verluste entstehen, braucht man dafür besonders viele Windkraft- und Solaranlagen.

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.

Teuer ist Wasserstoff obendrein – der "Champagner der Energiewende". Champagner hat durchaus seine Berechtigung im Speiseplan, aber nicht als Grundnahrungsmittel.

Wir sollten Wasserstoff nur dort einsetzen, wo wir keine klimaneutralen Alternativen haben: für Stahlwerke, die chemische Industrie, Langstreckenflüge, den Schiffsverkehr oder die Langzeit-Energiespeicherung. Für alles andere ist Wasserstoff zu teuer.

Ein Wasserstoffauto ist ein E‑Auto, das umständlich, teuer und mit vielen Verlusten seinen Strom selbst aus Wasserstoff produziert, den wir zuvor aus grünem Strom hergestellt haben. Clever geht anders.

Und eine Wasserstoffheizung braucht am Ende fünfmal mehr grünen Strom als eine Wärmepumpe. Im Straßenverkehr und beim Heizen ist Wasserstoff also Nonsens.

Für die Energiewende brauchen wir grünen Wasserstoff. Setzen wir aber planlos und ohne Verstand überall auf Wasserstoff, werden die Energiewende und der Klimaschutz am Ende scheitern.

 

 

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