Quaschning erklärt: Abhängigkeit von China

Für unsere Wirtschaft machen wir immer mehr neue Deals mit China. Bei der Energiewende und der Photovoltaik sind wir inzwischen stärker abhängig von China als beim Erdgas von Russland. Sollten wir diese Abhängigkeit nicht besser reduzieren, statt sie weiter auszubauen?


Video starten

Mit dem Klick werden personenbezogene Daten an das Videoportal übermittelt. Erfahren Sie mehr zum Datenschutz.

Solaranlagen auf dem Dach oder dem Balkon machen uns unabhängig. Aber sind wir auch bei der Installation von Photovoltaikanlagen unabhängig?

2007 stammte noch jede vierte produzierte Solarzelle aus Deutschland. Doch dann startete China mit massiver staatlicher Unterstützung durch.

2012 zog die damalige deutsche Regierung bei der Photovoltaik dann den Stecker. Der deutsche Markt brach dadurch um 85 Prozent ein. 80.000 Photovoltaik-Jobs wurden in Deutschland vernichtet.

Der deutsche Photovoltaikmarkt erholt sich zwar wieder langsam, aber rund 70 Prozent aller Solarmodule kommen heute aus China.

Wir haben das Know-how für die Solarmodulproduktion immer noch im Land. Die Regierung muss nun die Weichen stellen, damit wir die Solarmodulproduktion wieder nach Europa und Deutschland zurückholen.

So können wir neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen und ersetzen nicht die Abhängigkeit von russischem Erdgas durch die Abhängigkeit von chinesischen Solarmodulen.

Ein Drittel unseres künftigen Energiebedarfs wird die Photovoltaik decken. Dann wäre es doch gut, wenn dafür auch möglichst viele Solarmodule aus Europa kämen.

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energie­systeme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energie­wende gelten als Standard­werke.

 

Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus!

klimareporter° wird herausgegeben vom gemeinnützigen Klimawissen e.V. – Ihre Spende macht unabhängigen Journalismus zu Energiewende und Klimawandel möglich.

Spenden Sie hier