Der Herr der Nullen

Super. Finanzminister Christian Lindner verspricht 200 Milliarden für Klima und Energiewende. Ist das viel? Nicht wirklich. Es braucht noch viel mehr. Zum Beispiel den Abbau der klima- und umweltschädlichen Subventionen, die noch höher sind.


Viele Bündel von Hundert-Euro-Scheinen
Viele Milliarden sollen jetzt auch für Klima und Energiewende fließen. (Foto: Frank Vessia/​Shutterstock)

Christian Lindner ist der Herr der Nullen. Der wichtigen, die vor dem Komma stehen. Erst 100.000.000.000 Euro für die Bundeswehr, nun noch schnell 200.000.000.000 für Klima und Energiewende.

Man reibt sich die Augen. War das nicht der Mann, der sein Finanzminister-Amt als oberster Sparkommissar angetreten hat?

Das Knauser-Mantra vor von Anfang an Unsinn, angesichts der überfälligen Zukunftsinvestitionen. Die müssen dringend getätigt werden, um viel höhere Schäden abzuwenden, die ohne sie später auftreten würden.

Bei der jüngsten 200-Milliarden-Verkündung ging es Lindner freilich auch darum, dem Eindruck einer Schieflage entgegenzutreten. Dem Verdacht nämlich, bei der Aufrüstung sitze ihm das Geld locker, beim Klimaschutz aber nicht.

Die 200 Milliarden bis 2026 sind viel Geld, auf jeden Fall viel mehr, als die Merkel-Regierungen dafür locker machten. Bei Lichte besehen aber so viel auch wieder nicht.

Denn es geht schließlich um den grünen Umbau aller Sektoren von Energie über Industrie und Verkehr bis Wohnen. Dafür braucht es sicher noch mehr Geld.

Zwei Strategien dafür: Erstens Abbau von umweltschädlichen Subventionen, die sich laut Umweltbundesamt auf 65 Milliarden Euro summieren. Bis 2026 sind das mehr als 300 Milliarden.

Zweitens Mobilisierung von privatem Kapital etwa für Energieeffizienz-Investitionen, die gute Zinsen abwerfen, anders als das Sparbuch.

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