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Von Bäumen, Schweinswalen und Rotmilanen

Sichere Straßen, Energiewende und Klimaschutz wären so einfach, wenn die Natur die Anstrengungen der Menschen nicht immer torpedieren würde. Eine fällige Abrechnung.


Zwei Schweinswale in einem großen Aquarium schauen den Fotografen an, das Wasser ist grünlich.
So haben wir unsere Tiere am liebsten: im Zoo. (Foto: Solvin Zankl/​Fjord & Belt)

Vor ein paar Tagen las ich wieder in einem seriösen Medium diese Schlagzeile: "Autofahrer stirbt nach Kollision mit Baum". Inzwischen soll jeder vierte tote Autofahrer auf Landstraßen ein "Baumtoter" sein, zitiert ein anderes Blatt aus der einschlägigen Statistik.

Ich frage mich da immer: Was haben die Bäume bloß gegen die Autofahrer, dass sie als friedfertige Pflanzen so brutal zuschlagen? Und wie schaffen die Bäume das eigentlich? Springen sie etwa plötzlich auf die Straße, um die Autofahrer zu erwischen?

Wir müssen da mal was klarstellen. Offenbar wisst ihr Bäume nicht, dass ihr auf die Menschen Rücksicht zu nehmen habt und euch nicht einfach so an den Straßen breitmachen dürft.

Und wenn wir schon dabei sind: Ihr Bäume seid nicht das einzige Problem, das wir Menschen mit dem Gekreuch und dem Gefleuch überall haben.

Sorry, liebe Schweinswale, jetzt seid ihr dran. Müsst ihr denn unbedingt da leben wollen, wo unser schweinswalliebender Wirtschaftsminister ein Gasterminal hinbauen lassen muss?

Wisst ihr denn nicht, liebe Schweinswale, dass Krieg ist? Wenn es gegen Putin geht, muss doch mal eine Ausnahme drin sein und auch ein Wal mal ein Opfer bringen.

Aber ihr macht es dem ohnehin gestressten Minister so schwer und animiert auch noch irgendwelche Umwelthelfer, gegen das Terminal zu klagen.

So haben wir uns das mit dem Naturschutz nicht gedacht, liebe Schweinswale. Touristen dürft ihr gern anlocken und euch in Stellnetzen verfangen und ertrinken, damit muss es dann aber auch genug sein.

Macht es wie wir

Auch mit den Rotmilanen müssen wir endlich mal Klartext reden. Kaum will ein Investor ein Windrad bauen, kommt ihr Vögel auch schon angeflogen und stürzt euch in die Rotoren. Dabei sollen die Windräder nur klimafreundlichen Strom erzeugen. Aber das will offenbar nicht in eure Greifvogelhirne, liebe Rotmilane.

Ich habe einen guten Rat an euch: Zieht aus Wald und Wiese aus und einfach in die Stadt. Dort, wo Menschen leben, gibt es in direkter Nähe keine Windräder. Deren Anblick ist für Menschen ja unzumutbar.

Die halten sich die Windräder ordentlich auf Abstand und blicken lieber auf ihre lieben Autos vor der Tür, mit denen sie dann von den Bäumen ... aber lassen wir das.

Was ich noch sagen will: Ihr Rotmilane, Schweinswale und Bäume – ihr alle braucht die Windräder doch auch. Denn auch die Natur braucht den Klimaschutz, sagen wir Menschen jedenfalls. Leider können wir nicht einfach so weiter Kohle, Öl und Gas verbrennen.

Ja, gut – ich höre schon den Einwand der Schweinswale: Mit Habecks Gasterminal soll zwar verflüssigtes, aber doch fossiles Erdgas importiert und wie eh und je verbrannt werden. Was hat das mit Klimaschutz zu tun?

Das stimmt zwar, liebe Schweinswale, aber warum der Habeck als Klimaminister das trotzdem um jeden Preis durchdrücken will – das kann ich euch jetzt beim besten Willen nicht erklären.

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