Kein Grund zur Entspannung

Endlich sinken Deutschlands Treibhausgas-Emissionen mal nicht nur, weil es zu warm zum Heizen war, sondern wegen der erneuerbaren Energien. Die Bundesregierung kann sich trotzdem nicht zurücklehnen, denn klimapolitisch produziert sie Stillstand.


Windräder und Freiflächen-Solaranlagen vor rosa-blauem Sonnenuntergang
Bei der Energiewende sind Entscheidungen überfällig. (Foto: Jianti Zhongwen/​Kenueone/​Pixabay)

Wunder gibt es immer wieder. Selbst Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zeigte sich erstaunt: Deutschland verfehlt sein Klimaziel für 2020 doch nicht so stark wie lange befürchtet.

Minus 40 Prozent beim CO2-Ausstoß gegenüber 1990 sollen es sein, 35,7 waren es laut Bilanz 2019. Experten hatten nur mit 32 Prozent gerechnet.

Wundersam ist es wirklich. Denn es handelt sich nicht um die Folge einer aktiven Klimapolitik der Bundesregierung. Merkel und Co können sich bei Sonne, Wind und der EU bedanken, dass sie nicht gar so peinlich dastehen.

Das Wetter war im letzten Jahr günstig für Solar- und Windenergie, und die angestiegenen Preise im EU-Emissionshandel ließen die Kohleverstromung sinken. Da ging der CO2-Ausstoß in den Keller.

Ein Grund, sich zurückzulehnen, ist das nicht. In den Sektoren Verkehr und Gebäude stiegen die Emissionen sogar an.

Studien haben gezeigt, dass das "Klimapaket" der Groko hier nicht ausreichen wird, um bis 2030 die angepeilten minus 55 Prozent CO2 zu erreichen. Da muss das Merkel-Kabinett einige Schippen drauflegen.

Ebenso wie beim Ausbau von Solar- und Windenergie, wo Entscheidungen überfällig sind. Bisher scheint die Regierung allein darauf zu setzen, dass es 2020 noch einmal mehr Sonne und Sturm gibt. Das wird nicht gut gehen.

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