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Hunderttausende für wirksamen Klimaschutz

Beim Aktionstag "Rise for Climate" demonstrieren weltweit Hunderttausende auf den Straßen und mit vielen originellen Aktionen für einen schnellen und wirksamen Klimaschutz. 700 französische Forscher rufen ihre Regierung auf, mehr gegen die Erderwärmung zu tun.


Auf die Ufermauer am Reichstagsgebäude ist nachts ein Slogan projiziert:
In Berlin haben "Rise for Climate"-Aktivisten vergangene Nacht den Bundestag angestrahlt. (Foto: 350.org)

Am Aktionstag "Rise for Climate", ausgerufen von der internationalen Klimaschutzorganisation 350.org, gab es am Samstag laut Medienberichten fast eintausend Demonstrationen, Kundgebungen und andere Veranstaltungen in etwa 100 Ländern. Den Auftakt bildete die thailändische Hauptstadt Bangkok, wo an diesem Sonntag die Vorbereitungskonfenz für den Klimagipfel im Dezember in Katowice zu Ende geht.

Einen Schwerpunkt der Aktionen in Europa bildete Frankreich. Allein in Paris beteiligten sich am Samstag nach Angaben der Polizei 18.500 Menschen an einem "Marsch für das Klima", die Veranstalter sprachen von 50.000 Teilnehmern. Insgesamt gingen in nahezu 50 französischen Städten rund 115.000 Menschen für einen wirksamen Klimaschutz auf die Straße.

"Es ist beeindruckend, dass so viele Menschen gekommen sind", sagte die französische 350.org-Campaignerin Clémence Dubois der Zeitung Liberation. Die Demonstration sei für die Umwelt- und Klimabewegung "das erste große Ereignis seit Langem". Der vor knapp zwei Wochen zurückgetretene französische Umweltminister Nicolas Hulot begrüßte die Proteste, die sich allerdings auch gegen seine bisherige "Politik der kleinen Schritte" richteten. 

In einem am Samstag in Liberation veröffentlichten Appell fordern 700 französische Wissenschaftler die Regierungen in der Welt auf, mehr gegen die Erderwärmung zu tun. Es gehe dabei "nicht um eine Utopie", denn die meisten Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels seien heute schon verfügbar.

In Deutschland setzten sich hunderte Demonstranten vor allem für einen raschen Kohleausstieg ein. So protestierten im niedersächsischen Stade nach Angaben der Umweltorganisationen BUND und Robin Wood 650 Menschen gegen den Neubau eines Kohlekraftwerks durch den Chemiekonzern Dow auf seinem Werksgelände. Die Anlage soll zu mindestens 80 Prozent mit Steinkohle befeuert werden und jährlich etwa fünf Millionen Tonnen CO2 ausstoßen.

München erlebte eine originelle Aktion gegen die Verkehrsflut. Mit mehreren Riesenwürfeln, die zusammen "#autofrei" ergaben, verlangten Aktivisten der Gruppe "Ende Geländewagen!" und weiterer Umweltinitiativen eine ökologische Verkehrswende in der bayerischen Landeshauptstadt "und in vielen anderen Städten Deutschlands mit dicker Luft". Autoindustrie und Politik, die miteinander verbandelt seien, setzten stattdessen weiter auf Wachstum und steigende Exporte und blockierten ein Umsteuern.

Mit mehreren Veranstaltungen beteiligten sich auch Umweltschützer in Tschechien an dem weltweiten Aktionstag, wie Radio Praha berichtet. Angeführt von der Klimabewegung "Limity jsme my" gab es in Prag ein Floßrennen auf dem Flüsschen Botič sowie weitere Aktionen in Brno, Ostrava und Jihlava.

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