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Aktivisten besetzen Tagebau in Tschechien

Klimaaktivisten haben den Braunkohletagebau Bílina in Nordböhmen besetzt. Über 200 Menschen wurden dabei festgenommen.


Aktivisten mit einem Banner stehen vor einem Brankohletagebau, an desssen Rand eine Kirche steht.
Aktivisten der tschechischen Gruppe "Limity jsme my" protestieren gegen den Braunkohleabbau – hier bei einer früheren Aktion. (Foto: Ibra Ibrahimović/​limityjsmemy.cz)

Klimaaktivisten der Gruppe "Limity jsme my" haben heute einen Braunkohletagebau in Tschechien besetzt. Die Gruppe, die dabei von Aktivisten des Bündnisses "Ende Gelände" unterstützt wurde, protestiert damit gegen die drohende Ausweitung der Tagebaue in Tschechien. Wie "Ende Gelände Berlin" auf Twitter schreibt, haben sich heute um die 500 Menschen an der Aktion im Tagebau Bílina beteiligt. Laut Medienberichten musste der Tagebaubetrieb vorübergehend eingestellt werden. Über 200 Protestierende wurden demnach festgenommen.

"Limity jsme my" heißt übersetzt "Wir sind die Grenzen". Die Gruppe gründete sich im Jahr 2015, nachdem die tschechische Regierung die Aufweichung der räumlichen Begrenzung der Tagebaue angekündigt hatte, die kurz nach der demokratischen Wende Anfang der 1990er Jahre beschlossen worden war. "Limity jsme my" veranstaltet dieses Wochenende ein Klimacamp in der Nähe der nordböhmischen Stadt Litvinov. Das Städtchen liegt nahe der Grenze zu Deutschland, etwa 60 Kilometer südlich von Dresden.

"Die Regierung betreibt die alte Kohlekraftwerksflotte immer weiter", heißt es auf der Website der Gruppe. Dabei dienten die Kraftwerke nur dazu, Strom ins Ausland zu exportieren und ein paar Kohlebarone reich zu machen. Das größte tschechische Energieunternehmen ČEZ plane, den Tagebau Bílina über die ursprünglich von der Regierung versprochenen Grenzen hinaus auszuweiten. Planungen zufolge soll die Kohlenutzung in Tschechien erst 2055 enden.

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