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Greta auf dem Holzweg

Greta Thunberg hält Atomkraft für das kleinere Übel. Das ist Wasser auf die Mühlen derer, die den Atomausstieg zwar 2011 beschlossen haben, aber dann den Erneuerbaren-Ausbau abwürgten und Deutschland so in die Energie-Zwickmühle brachten.


Das Atomkraftwerk Isar nahe dem niederbayerischen Landshut, bei Nacht aufgenommen.
Atomkraft behindert die Energiewende – hier in Bayern genauso wie überall. (Foto: Dennis Hansch/​Wikimedia Commons)

Greta für Atomkraft? Die Initiatorin der Fridays-for-Future-Bewegung ist kein glühender Fan der Kernspaltung zur Stromproduktion, aber sie hält sie für das kleinere Übel, verglichen mit Kohle, Erdgas und Kohle.

Das hat sie schon früher gesagt. Doch nun, da sie es speziell auf Deutschland und die aktuelle Debatte über eine AKW-Laufzeitverlängerung gemünzt hat, gehen die Wogen hoch. Die FDP hat Oberwasser, die Grünen haben ein Problem. "Habeck sollte auf Thunberg hören", meinen die Liberalen.

Haben die Grünen und ihr Wirtschaftsminister Robert Habeck die Zeichen der Zeit nicht erkannt? Tickt die klimabewegte junge Generation ganz anders als die Ökopartei, die vor 40 Jahren auch aus der Anti-AKW-Bewegung entstanden ist?

Bei Thunberg ist das offenbar so. Doch die Fridays-Bewegung in Deutschland denkt in der Mehrheit ähnlich wie die Grünen. Am Ausstieg soll nicht gerüttelt werden, vielmehr soll ein Turbo beim Ausbau der Erneuerbaren das Strommangel- und das Klimaproblem lösen. Habecks "Streckbetrieb" bis zum Frühling dürften sie gleichwohl tolerieren, so wie auch die meisten an der Grünen-Basis.

Greta Thunberg bedenkt eines nicht: Sie lenkt Wasser auf die Mühlen der Energiewendegegner vor allem in FDP und Union, die den Atomausstieg zwar 2011 beschlossen, gleichzeitig aber den Ausbau der Erneuerbaren abgewürgt und Deutschland damit in die Energie-Zwickmühle gebracht haben.

Denen die Zukunft zu überlassen, kann (Supergau-)gefährlich werden.

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