Es geht ans Eingemachte

Das "Waldsterben 2.0" ist da. Keine Frage, die Forstwirtschaft braucht Unterstützung. Doch das Geld muss an Ökologie und schonende Bewirtschaftung im Wald gebunden werden. 


Kahle Fichten im Bayrischen Wald
Den Wäldern geht schlecht wie selten, aber die Konsequenz beim Umsteuern fehlt. (Foto: Felix Mittermeier/Pixabay)

Es sind keine bloßen "Waldschäden" mehr. Es ist ein veritables "Waldsterben", das sich verschärft seit drei Jahren abspielt. Ein Waldsterben 2.0, dramatischer als der Vorläufer in den 1980er Jahren.

Das zeigt die Bilanz, die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vorgelegt hat. Und klar ist auch: Was dagegen getan wird, reicht nicht.

Vor gut drei Jahrzehnten konnte der drohende Zusammenbruch in den Forsten durch Schwefelfilter für Kohlekraftwerke und Autokatalysatoren gestoppt werden. Technische Maßnahmen, die "nur" etwas Geld kosteten. Doch sie durchzusetzen war schwer genug.

Diesmal ist die Aufgabe viel komplexer. Jetzt geht es doppelt ans Eingemachte. Erstens muss die Klimaerwärmung begrenzt werden, so wie es dem Paris-Vertrag entspricht.

Und zweitens muss der Waldumbau von Fichten-Monoforsten zu stabilerem Mischwald viel beherzter in die Tat umgesetzt werden, als das unter Klöckners Regie geschieht.

Die Waldbesitzer:innen, die vielfach kurz vor dem Ruin stehen, brauchen Unterstützung, keine Frage. Doch die Hilfen müssen an Ökologie und schonende Bewirtschaftung im Wald gebunden werden.

Wenn die Gelder dagegen in schnell wachsende, angeblich klimastabile Baumexoten fließen, ist die nächste Krise vorprogrammiert.

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