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Meereswind statt Flüssiggas

Ausgerechnet der Ukraine-Krieg bewirkt, dass die Offshore-Pläne in Nord- und Ostsee Fahrt aufnehmen. Das ist verrückt, aber besser, als nur Flüssigerdgas einzukaufen. Jetzt müssen auch an Land neue Windräder aufgestellt werden – gerade im unterentwickelten Süden Deutschlands.


Windkraft Eon Roedsand II
Windpark in der Ostsee am Fehmarnbelt: Die Anrainerstaaten wollen den Offshore-Windausbau beschleunigen. (Foto: Eon)

Das ist der "Wind of Change". Endlich. In Europas Energiepolitik wird er dringend gebraucht, um sich von Russlands Energielieferungen unabhängig zu machen.

Acht Ostsee-Anrainerstaaten haben jetzt verabredet: Die Kapazität der Offshore-Windkraft soll bis 2030 auf knapp 20.000 Megawatt versiebenfacht werden. Das allein brächte rechnerisch genug Strom für sechs Millionen Haushalte.

Besonders die Kooperation von Deutschland und dem Windkraft-Vorreiter Dänemark ist hier hervorzuheben, der die Insel Bornholm zum Energieverteilungszentrum machen will.

Es ist zwar ein Armutszeugnis, dass erst Putins Krieg den Ausbau richtig in Schwung bringt, in der Ostsee wie in der Nordsee. Denn auch die Nordsee-Kapazitäten sollen kräftig ausgebaut werden, wie Deutschland, die Niederlande, Belgien und Dänemark bereits im Mai verabredet haben. Hier sind bis 2030 sogar 65.000 Megawatt angepeilt.

Doch wenn die Energiewende auf See dadurch Flügel bekommt: okay. Besser, als nur weltweit auf Erdgas-Einkaufstour zu gehen.

Umso mehr kommt es darauf an, dass auch an Land mehr passiert. Gerade hierzulande, wo die Ampel-Regierung zwar schon deutlich mehr anpackt als die Merkel-Regierungen.

Doch ohne mehr Onshore-Windkraft, gerade auch im Süden der Republik, geht es nicht. Das den Ministerpräsidenten Söder, Kretschmann und Kretschmer ins Öko-Stammbuch.

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