Großdemonstration gegen die Räumung Lützeraths

Tausende Menschen demonstrieren gegen die Räumung von Lützerath und gegen die fortgesetzte Verbrennung von Braunkohle. Zahlreiche Aktivist:innen brachen aus der Großdemo aus, einige drangen in den Tagebau ein.


Ein Kraftwerk aus der Ferne im Sonnenuntergang.
Die Aktivist:innen fordern einen sofortigen Kohleausstieg. (Foto: Benita Welter/​Pixabay)

Im Dauerregen demonstrieren diesen Samstag 50.000 Menschen unter dem Motto "Räumung verhindern! Für Klimagerechtigkeit" für den Erhalt des Ortes Lützerath im Rheinischen Braunkohlerevier, wie diverse Initiativen mitteilen. Die Polizei hatte mit 8.000 bis 10.000 Demonstrant:innen gerechnet, geht mittlerweile aber von wesentlich mehr aus.

Gegen 13 Uhr sind Tausende aus der Demonstration ausgebrochen, sie überwanden Polizeisperrungen und näherten sich der Tagebaukante. Laut der Polizei ist eine Handvoll Demonstrierender in den Tagebau eingedrungen. Tausende stehen an der Tagebaukante.

Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach warnte im Gespräch mit der Agentur DPA davor, den Gefahrenbereich zu betreten. Der Aufenthalt an der Tagebaukante sei gefährlich und aufgrund des Dauerregens ganz besonders.

Ein Polizeisprecher erklärte, dass Pyrotechnik auf Einsatzkräfte geflogen sei. Aktivist:innen kritisierten hingegen das Vorgehen der Polizei, die unter anderem Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzte. Es soll Verletzte und Festnahmen gegeben haben.

Ab 12 Uhr versammelten sich Anwohner:innen, Kirchenvertreter:innen und Grünen-Mitglieder, um die Klimaaktivist:innen zu unterstützen. Auch die Grüne Jugend äußerte massive Kritik an dem Vorgehen der Polizei.

Zudem gab es prominente Unterstützung aus Schweden. Die Initiatorin von Fridays for Future, Greta Thunberg, nahm an der Demonstration teil. In ihrer Rede bezeichnete die Aktivistin die geplante Ausweitung des Tagebaus als "Verrat an zukünftigen und gegenwärtigen Generationen".

Am Mittwoch hatte die Polizei mit der Räumung von Lützerath begonnen. Nach wie vor gibt es mehr als zehn besetzte Objekte, darunter Baumhäuser. Zudem befinden sich mindestens zwei Aktivist:innen in einem Tunnelsystem unter dem Ort.

Immer mehr Wissenschaftler:innen und Prominente sprechen sich für ein Räumungs-Moratorium aus, darunter die Vorstandssprecherin der GLS Bank, Aysel Osmanoglu, und der Klimaforscher Mojib Latif.

Vor-Ort-Bericht: Mit aller Kraft gegen die Kohle

Redaktioneller Hinweis: Aysel Osmanoglu ist Herausgeberratsmitglied von Klimareporter°.

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