Ein globaler Skandal

Heute haben die USA den Pariser Klimavertrag verlassen. Die anderen Staaten sollten bei ihren Anstrengungen gegen die Erderhitzung nicht warten, bis das Land vielleicht wieder mitzieht.


Der Austritt der USA aus dem Weltklimaabkommen ist vollzogen – just am Tag nach der Präsidentenwahl. Das ist ein Skandal, was sonst.

Ausgerechnet das Land, das historisch mit Abstand die meisten Treibhausgase in die Atmosphäre gepustet hat und heute immer noch globaler Einheizer Nummer zwei ist, stiehlt sich aus der Verantwortung.

Der von Präsident Trump durchgesetzte Austritt, sollte er nicht von einem immer noch möglichen Nachfolger Biden revidiert werden, erhöht die Gefahr einer Heißzeit auf dem Globus. Denn es sinkt der Druck auf die andere Big Player wie China, die EU oder Japan, ihre bisher viel zu lasche Klimapolitik den Paris-Erfordernissen anzupassen.

Die Vorgabe lautet, dass die globalen Emissionen in diesem Jahrzehnt deutlich gesenkt werden müssen, um noch die Chance zur Einhaltung des Zwei-Grad-Erwärmungslimits zu wahren. Ohne die USA funktioniert das nicht, genauso wenig ohne ein wirklich drastisches Anschärfen der CO2-Ziele für 2030 durch alle.

Zuletzt kamen mutmachende Signale. Die EU plant einen Green Deal, China peilt erstmals Klimaneutralität an, Japan und Südkorea streben die "Netto-Null" für 2050 an. Das darf nicht alles wieder entwertet werden. Diese Länder sollten Vorreiterallianzen bilden. Zur Not eben ohne die USA.

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