Mit der Sonne nicht spaßen

Es wird Sommer, und wie! Da können wir der Hitze auch eine gute Seite abgewinnen und uns – coronakonform – in die Sonne legen. Leider hebt das Bundesamt für Strahlenschutz gleich wieder warnend den Finger.


Strand
Strand, Schwimmbad, Garten oder Balkon: Sonnenschutz wird wichtiger. (Foto: J. Rawlinson/​Wikimedia Commons)

Endlich nach draußen! Das Frühjahr war kalt, im Mai auch richtig nass. Der Juni entschädigt dafür. Es ist Sommer, bevor der Sommer überhaupt angefangen hat.

Dass das schöne Wetter nun gleich in eine veritable Hitzewelle mündet, hätte nun nicht sein müssen. Doch meckern ist nicht unser Ding. Man kann ja wieder ins Schwimmbad, coronakonform natürlich, und morgens früh im Wald, wo er noch steht, ist es auch gut auszuhalten.

Klimawandel oder nicht? Kann man so nicht sagen. Er macht das Wetter extremer, das wissen inzwischen alle. Sonne satt und Hitzewellen in der ersten Juni-Hälfte sind nicht sehr ungewöhnlich, wissen Wetterexperten, aber die Wahrscheinlichkeit dafür steigt.

Dieser Supersommer Mitte Juni ist wieder mal ein Fingerzeig: Wir müssen uns einstellen auf veränderte Wettermuster. Das Leben verändert sich im Klimawandel.

Das gilt übrigens auch beim Sonne-Tanken, worauf hier aus gegebenen Anlass hingewiesen sei. Die Zahl der wolkenlosen, sonnigen Tage nimmt aufgrund der Klimaveränderungen zu, wie aus der Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland hervorgeht, die das Bundesumweltministerium in dieser Woche vorgestellt hat.

UV-Index steigt

Logische Folge: Wir sind mehr UV-Strahlung ausgesetzt, und dadurch wächst das Risiko, UV-bedingte Krankheiten zu bekommen wie Augenschäden oder Hautkrebs.

Die UV-Belastung steigt übrigens laut Bundesamt für Strahlenschutz nicht nur deshalb, weil die Sonnenschein-Stunden zunehmen und schöneres Wetter dazu verlockt, sich mehr in der Sonne aufzuhalten. Zwei weitere Faktoren kommen hinzu, die mit der Ozonschicht in der Stratosphäre zu tun haben.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

So führt der Klimawandel zu einer langsameren Erholung dieses natürlichen UV-Schutzschirms, was die damit verbundene Reduzierung der UV-Strahlung verzögert.

Zudem sind über Deutschland in den letzten Jahrzehnten im Spätwinter öfter Mini-Ozonlöcher aufgetreten – eine Folge des winterlichen Ozonabbaus über der Arktis. Wenn dies passiert, dann steigt der UV-Index hierzulande bereits Ende März auf beachtliche Werte. Zu einer Zeit also, in der keiner an eine Sonnenschutzcreme denkt.

Mit der Sonne, auch wenn sie noch so schön scheint, ist nicht zu spaßen. Die richtige Dosierung macht’s.

Endlich nach draußen, das ist schon ein gutes Gefühl. Aber es kann ja auch im Schatten sein.

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