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Quaschning erklärt: Wind in Bayern

Bayern blockiert die Windkraft und rangiert unter den Flächenländern bei der Windkraftleistung pro Quadratmeter auf dem letzten Platz. Das macht den Strom teuer und ist schlecht für die Wirtschaft. Statt viel Wind zu machen, sollte Bayern den Wind nutzen.


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Nur in Bayern gilt die 10‑H-Regel: Windkraftanlagen müssen mindestens zehnmal so weit von Häusern entfernt sein, wie sie hoch sind.

Ein 200 Meter hohes Windrad muss also mindestens 2.000 Meter vom nächsten Haus entfernt stehen. Das Atomkraftwerk Isar hat nicht mal einen Abstand von 1.000 Metern zu den nächsten Häusern – aber das ist ja etwas ganz anderes.

Während 2014 in Bayern noch 161 Windräder gebaut wurden, waren es 2021 gerade mal acht. Dabei hat Bayern ein Fünftel der Landesfläche Deutschlands. Angeblich hat Bayern keinen Wind – doch womit fahren dann die Segelboote auf dem Chiemsee?

Immerhin hat Bayern vergleichsweise viele Solaranlagen. Das hilft aber wenig im Winter. Wasserkraft und Biomasse lassen sich kaum noch ausbauen.

Fakt ist, ohne Windkraft in Bayern kann Deutschland nicht klimaneutral werden, und ohne Windkraft bekommt auch Bayern ein Problem. Denn es fehlt dort auch an Stromleitungen und Erdgas und damit generell an Energie – ganz schlecht für die bayerische Wirtschaft.

Deshalb ein Tipp an die bayerische Landesregierung: Einfach mal den Wind nutzen.

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energie­systeme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energie­wende gelten als Standard­werke.

 

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