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"Nicht zu handeln hat Konsequenzen"

Auf der ganzen Welt haben heute Millionen Menschen für das Klima gestreikt. Allein in Deutschland protestierten laut Fridays for Future rund 1,4 Millionen. Der Protesttag in Wort und Bild.


Menschen mit Bannern
Zu Beginn des globalen Klimastreiks in Berlin versammelten sich Hunderttausende vor dem Brandenburger Tor. (Foto: Friederike Meier)

Im ganzen Land haben heute hunderttausende Menschen für das Klima gestreikt. Die Fridays-for-Future-Bewegung, die zu den Demonstrationen aufgerufen hatte, sprach von 1,4 Millionen allein in Deutschland. In über 500 Städten deutschlandweit und weltweit in 2.000 Städten in 130 Staaten waren im Vorhinein Aktionen angekündigt gewesen.

Während der Auftaktkundgebung zu dem Streik in Berlin gab es noch hoffnungsvolle Redebeiträge. "Meine Hoffnung, dass wir die Klimakrise besiegen, war nie größer als in diesem Moment", sagte Michael Fiedler von der Gruppe "Artists for Future".

Wenn sachliche, wissenschaftliche Argumente nichts mehr nützten, sei Fantasie nötig, so der Kabarettist. "Im Gegensatz zu denen, die immer noch am Status quo festhalten, können wir uns eine bessere Welt vorstellen."

Carola Rackete, Kapitänin des Seenotrettungsschiffs "Sea-Watch" und Aktivistin bei Extinction Rebellion, rief die Erwachsenen auf, sich stärker zu engagieren. "Wir können diese Verantwortung nicht auf den Schultern der Kinder und Jugendlichen ruhen lassen, die seit Monaten das Thema auf der Tagesordnung halten. "Nicht zu handeln hat Konsequenzen." Extinction Rebellion hat am Nachmittag gemeinsam mit anderen im Bündnis "Ungehorsam für alle" zu Straßenblockaden aufgerufen.

Nachdem die Details des Klimaschutzpakets öffentlich wurden, hagelt es nur noch Kritik an der Bundesregierung. "1,4 Millionen Menschen und zur Belohnung wird Benzin für Pendler*innen zwei Cent billiger", schrieb der Fridays-for-Future-Aktivist Jakob Blasel auf Twitter.

"Die ganze Verantwortung liegt nun bei der Klimabewegung"

"Ich bin unglaublich wütend", sagte Tadzio Müller, Klimaaktivist und Politologe, wenige Stunden später, als sich das Bündnis "Ungehorsam für alle" gerade zu seiner Aktion aufmachte. "Wir stehen vor der größten Gerechtigkeitskrise, vor der die Menschheit jemals stand. Und unsere Regierenden reden darüber, dass sie 2026 den Neubau von Ölheizungen verbieten wollen."

Weil die Regierung die Klimapolitik komplett aufgegeben habe, sieht Müller die ganze Verantwortung für den Klimaschutz nun bei der Klimabewegung. "Und das ist viel Arbeit", meinte er.

"Ungehorsam für alle" hat heute an mehreren Stellen in Berlin, unter anderem am Potsdamer Platz, am Alexanderplatz und am Halleschen Tor Straßen blockiert. Auch in anderen Städten fanden Blockaden statt. So besetzten Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future in Frankfurt am Main die Paulskirche. In Hamburg blockierte das Bündnis "Sitzenbleiben" mehrere Straßen.

So war der Klimastreik in Berlin

Fotos: Klimareporter°-Redaktion

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