Figueres ruft zu zivilem Ungehorsam auf

Sie hat die internationale Klimadiplomatie aus der Kopenhagen-Frustration in den Paris-Jubel geführt: die frühere UN-Klimachefin Christiana Figueres. Jetzt hat sie mit ihrem damaligen strategischen Berater ein Buch geschrieben, in dem sich die beiden für zivilen Ungehorsam für den Klimaschutz aussprechen.


Christiana Figueres spricht in Mikro
Christiana Figueres auf ihrer letzten Pressekonferenz als UN-Klimachefin 2016 in Bonn. (Foto: UNFCCC/​Flickr)

Man kann Christiana Figueres wohl mit gutem Gewissen als eine Architektin des Paris-Abkommens bezeichnen, denn sie leitete das UN-Klimabüro in der kritischen Zeit von 2010 bis 2016. Jetzt hat die erfahrene Diplomatin ein Buch geschrieben, zusammen mit ihrem obersten Strategen aus dem UN-Klimabüro, Tom Rivett-Carnac. Darin empfehlen die beiden ausdrücklich, zivilen Ungehorsam zu leisten.

"Vom Kampf um Unabhängigkeit in Indien bis zur Bürgerrechtsbewegung in den USA hat sich ziviler Ungehorsam immer erhoben, wenn eine herrschende Ungerechtigkeit unerträglich wurde, so wie wir es jetzt beim Klimawandel sehen", heißt es schon in der Einleitung. Später folgen wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit von zivilem Ungehorsam.

Figueres und Rivett-Carnac loben auch ausdrücklich Fridays for Future und Extinction Rebellion. "Diese Proteste sollten niemanden überraschen", schreiben die beiden. "Wir vermuten seit den 1930er Jahren, dass es einen Klimawandel geben könnte, und sind spätestens seit 1960 sicher", heißt es weiter. "Seitdem haben wir wenig dagegen getan" – das habe nun zu der erwartbaren Krise geführt.

Das Buch ist am Dienstag im New Yorker Knopf-Verlag auf Englisch erschienen und heißt "The Future We Choose: Surviving the Climate Crisis", auf Deutsch also: "Die Zukunft, die wir wählen. Die Klimakrise überleben". Es geht darin um zwei Szenarien für die Welt – je nachdem, wie die Menschheit die Klimakrise in den Griff bekommt.

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