Plant-for-the-Planet: Mit Holzfällern zusammenarbeiten

Die Organisation Plant-for-the-Planet will tausend Milliarden Bäume pflanzen. Unterstützen lässt sie sich dabei von der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr, einem Großverbraucher von Papier aus abgeholzten Bäumen.


Ausriss klima-luegendetektor.de

Heute geht es um die Lösung des Klimaproblems.

"Wenn wir gemeinsam 1.000 Milliarden Bäume pflanzen, kühlen wir unsere Erde um bis zu 1 °C ab", heißt es in der Zeitschrift Panorama (Ausriss), und dann: #Beleafit.

Unter diesem Hashtag wirbt die Organisation Plant-for-the-Planet für das Pflanzen von Bäumen. Denn Wälder "binden das Treibhausgas, das sonst noch mehr die Erde aufheizen würde".

In der Tat ist das ein wichtiger Ansatz für den weltweiten Klimaschutz. Bäume pflanzen für den Planeten – die Crew des Klima-Lügendetektors verfolgt die Arbeit der Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet seit vielen Jahren – und mit viel Sympathie.

Umso unerfreulicher ist es, dass wir hier eine Lüge der Kampagne enttarnen müssen.

Denn solange die Treibhausgas-Emissionen jedes Jahr weiter wachsen, gibt es kaum eine Chance, die Erde wieder nennenswert abzukühlen, auch nicht mit 1.000 Milliarden neuen Bäumen.

Zudem kann das Pflanzen neuer Bäume nur ein Teil der Antwort auf die Klimafrage sein: Kohlendioxid der Luft entziehen können schließlich nur Bäume, die nicht gefällt werden.

Immer noch werden weltweit mehr Bäume gerodet, als neue hinzukommen, was zur weiteren Klimaerhitzung beiträgt.

Im vergangenen Jahr gingen allein in den Tropen fast zwölf Millionen Hektar Baumbestand verloren, was nach Berechnung von Global Forest Watch rund 1,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxidemissionen zusätzlich entspricht – mehr als doppelt so viel, wie Deutschland ausstößt.

Es ist also nicht damit getan, Bäume zu pflanzen, wenn man die Erde abkühlen will – man muss auch dafür sorgen, dass die Bäume stehen bleiben und wachsen können.

Insofern überrascht der Zusatz in der Antwort auf die Klimafrage (Ausriss unten).

Gruner + Jahr ist jener Konzern, der fürs Fällen von Bäumen steht. In diesem Verlag wird mit Zeitschriften wie Stern, Beef, Capital, Schöner Wohnen, Geo, Brigitte oder 11 Freunde jede Menge Geld verdient. 

Gruner + Jahr erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro – mit bedrucktem Papier, dessen Fasern ursprünglich aus Holz gewonnen wurden.

Und von solch einem Konzern lässt sich Plant-for-the-Planet unterstützen?

"Wir arbeiten mit Gruner + Jahr zusammen, um sie in die richtige Richtung zu bewegen", erklärt Frithjof Finkbeiner, einer der Köpfe hinter dem Projekt, gegenüber dem Klima-Lügendetektor.

Um 1.000 Milliarden Bäume zu pflanzen, seien 2.000 Milliarden Euro notwendig, "doppelt so viel, wie derzeit an Entwicklungshilfe geleistet wird". Deshalb müssten alle mitmachen, auch Konzerne wie Gruner + Jahr.

"Die Antwort auf die Klimafrage steht auf Milliarden Blättern", heißt es in der Anzeige von Plant-for-the-Planet. Gruner + Jahr bedruckt jedes Jahr Milliarden Blätter. Für uns ein klarer Fall von Greenwashing!

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