Gibt es Kriege um Wasser?

Schon heute haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser und 2050 über drei Milliarden, schätzt die UNO. Ohne eine globale Wasserwende mit nachhaltigen Wassermanagement-Methoden drohen Kriege um Wasser.


Frau mit Wasserkrug auf dem Kopf auf ausgetrocknetem Boden
Hitzewellen sind in Indien vor allem für Frauen eine extreme Belastung, weil sie Trinkwasser organisieren müssen. (Foto: Gaurav Bhosle/​Wikimedia Commons)

Über 50 große Flüsse auf unserem Planeten fließen durch mehrere Länder. Und überall drohen durch die Klimaerhitzung Kriege um Wasser.

Einer der größten Konfliktherde ist Zentral- und Ostasien. Viele Länder hängen vom Himalaya-Wasser ab, das aber immer knapper wird, weil dort wegen des Klimawandels das Eis dramatisch schmilzt.

Der Indus versorgt Pakistan mit Wasser, der Ganges und der Brahmaputra Indien und Bangladesch, der Gelbe Fluss Südchina, der Mekong Vietnam.

Zwei Milliarden Inder und Chinesen werden bald viel zu wenig Wasser haben. Und beide bedrohen schon seit Langem einander und besitzen Atomwaffen.

"Tibet ist die ultimative Wasserquelle in Asien", sagt der Dalai Lama. Die zehn größten Flüsse entspringen im Himalaya, wo das Eis massiv zurückgeht.

Wasser ist unser Lebensmittel Nummer eins. Wasser ist Leben. Wasser ist Energie. Schon heute haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser.

2030 werden es zwei Milliarden sein und 2050 über drei Milliarden, schätzt die UNO. Ohne eine globale Wasserwende mit neuen Wassermanagement-Methoden drohen Kriege um Wasser, die zu riesigen Flüchtlingsströmen führen werden.

Wassernotstand ist Folge der Klimakrise

Hunger ist Mord, verursacht hauptsächlich von den reichen Industriestaaten wegen des Klimawandels. Wegen zu viel Wasser oder zu wenig Wasser oder wegen Wasser zur falschen Zeit werden afrikanische Flüchtlinge sich in Europa holen, was ihnen zusteht, wenn es nicht bald gerechter zugeht auf unserer gemeinsamen Erde. Ohne ausreichend Wasser wächst weniger – weltweit.

Die Zeichen am Nil stehen auf Sturm. Ägypten lebt seit Jahrtausenden vom Nil-Wasser, aber Äthiopien hat einen so großen Staudamm gebaut, dass die Ägypter fürchten, ihre Nachbarn würden ihnen das Wasser abgraben.

Flussabwärts im Sudan kommt bereits weniger Nil-Wasser an als bisher. Kriege um Wasser sind bereits angekündigt, nicht nur zwischen Ägypten und Äthiopien. 

In Nordchina herrscht bereits seit Jahrzehnten ein dramatischer Wassernotstand für über 300 Millionen Menschen. In China gibt es schon seit einigen Jahren Pläne, mithilfe von 200 kleinen Atombomben notfalls Teile des Himalaya wegzusprengen, um Wasser, das heute nach Indien und Bangladesch fließt, nach China umzuleiten.

Die Warnungen des Dalai Lama, die er auch in unserem neuen gemeinsamen Buch "Schützt die Umwelt" ausspricht, sind leider nur allzu berechtigt. Chinas Wasserpläne in Tibet sind das größte Wasserumleitungsprojekt der Menschheitsgeschichte. Chinesische Generale aber nennen die Pläne "Himmels-Kanal".

Franz Alt

ist Journalist und Buchautor. Er leitete 20 Jahre das politische Magazin "Report" beim Südwest­rundfunk, danach bis 2003 die Zukunfts­redaktion des SWR. Als einer der ersten deutsch­sprachigen Journalisten informierte er über den Klima­wandel und die nötige Energie­wende.

Es drohen Kriege um Wasser als logische Folge der Klimaerhitzung, wenn wir den Klimawandel nicht im letzten Augenblick noch stoppen.

Immerhin hat der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden soeben angekündigt, dass unter seiner Präsidentschaft die USA bis 2035 klimaneutral sein sollen.

Ein Lichtblick, denn bisher wurde die Klimaerhitzung kaum mit der Wasserfrage in Verbindung gebracht, schon gar nicht in den USA unter Präsident Trump.

Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus!

klimareporter° wird herausgegeben vom gemeinnützigen Klimawissen e.V. – Ihre Spende macht unabhängigen Journalismus zu Energiewende und Klimawandel möglich.

Spenden Sie hier