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Heizungsverbote für den Klimaschutz? Können wir das nicht einfach den Markt regeln lassen?

Nein. 2045 müssen wir in Deutschland klimaneutral sein, das sagt das Gesetz. Erdöl- oder Erdgasheizungen darf es da nicht mehr geben.

 

Um das zu erreichen, gibt es zwei Möglichkeiten. Erste Möglichkeit: Wir verbieten den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen. 2045 werden dann fast alle fossilen Heizungen aus Altersgründen ausgetauscht.

Zweite Möglichkeit: Wir führen einen CO2-Preis ein, der Erdgas und Erdöl immer teurer macht. Der Preis wird 2045 so hoch sein, dass ich niemand mehr in Deutschland Öl- und Gasheizung leisten kann.

Einige versprechen jetzt Technologien, die den klimaneutralen Betrieb von Öl- und Gasheizungen möglich machen sollen, wie grüner Wasserstoff oder die Abtrennung und Lagerung von CO2 aus der Luft. Doch beides wird 2045 nur begrenzt verfügbar und ebenfalls extrem teuer sein.

Heute sind Erdöl und Erdgas noch billig. Ohne Verbote würden viele Menschen weiter Öl- und Gasheizungen einbauen. Die Klimaschutzziele werden so immer unerreichbarer. Und die schnell steigenden Kosten würden für viele ein immer größeres Problem, die dann auf der falschen Heizung sitzen.

Ein Verbot ist nichts anderes als eine Regel. Es ist also sinnvoll, bereits heute klare Regeln festzulegen und denen zu helfen, die damit überfordert sind, anstatt dauernd nur über Verbote zu diskutieren.

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.