Was Hurrikan "Ida" zeigt

Hurrikan "Ida" wirkt wie eine grausame Illustration für den Report zu klimabedingten Katastrophen, den die Weltwetterorganisation WMO jetzt vorgelegt hat. Danach hat sich die Zahl der klimabedingten Wetterkatastrophen seit 1970 weltweit fast verfünffacht – und der Trend geht weiter nach oben.


//Katrina// New Orleans 2005
New Orleans nach "Katrina" 2005. (Foto: Carol Colman/​Pixabay)

Der Hurrikan "Ida" hat kürzlich New Orleans heimgesucht, auf den Tag genau 16 Jahre nach der "Katrina"-Katastrophe. Dann stürzten seine Ausläufer New York mit Rekord-Regenmassen ins Chaos, mit Folgen ähnlich wie beim Hurrikan "Sandy", der die Metropole 2012 getroffen hatte.

"Ida" wirkt damit wie eine grausame Illustration für den Report zu klimabedingten Katastrophen, den die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gerade vorgelegt hat.

Aus dem Bericht geht hervor, dass sich die Zahl der klimabedingten Wetterkatastrophen seit 1970 weltweit fast verfünffachte – und dass diese Ereignisse immer gravierender ausfallen.

Die Zahlen sind dramatisch. In den letzten 50 Jahren sind über 11.000 klimabedingte Naturkatastrophen verzeichnet. Mehr als zwei Millionen Menschen kamen dabei ums Leben, die ökonomischen Schäden beliefen sich auf 3,6 Billionen US-Dollar.

Doch während es in den 1970er Jahren "nur" rund 770 Katastrophen waren, stieg deren Zahl in den 2000ern auf 3.165. Im letzten Jahrzehnt gab es einen leichten Rückgang.

Ziemlich klar ist laut dem WMO-Report, dass vor allem Hitzewellen und Starkregenfälle durch die globale Erwärmung verschlimmert werden. Bei Dürren, Gewittern und Tornados ist das Bild weniger eindeutig.

Der Report unterstreicht erneut, dass der globale Süden viel stärker als der Norden betroffen ist – also jene Länder, die den Klimawandel historisch gesehen ungleich weniger angeheizt haben als die Industriestaaten.

Über 70 Prozent der klimabedingten Katastrophen suchten den Süden heim, vor allem Asien mit 30 Prozent und Afrika mit 15 Prozent. Und da die Klimaerwärmung ungebremst weiterläuft, dürfte dieses Missverhältnis noch weiter ansteigen.

Wenn aus dem Report überhaupt etwas Tröstliches herauszulesen ist, dann die Entwicklung bei den Opferzahlen. Denn während die Schäden auf das Achtfache anstiegen – von 175 Milliarden Dollar in den 1970er Jahren auf 1,38 Billionen in den 2010er Jahren – sank die Opferbilanz in derselben Zeit von jährlich über 50.000 auf rund 18.000.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

Das zeigt: Bessere Frühwarnsysteme und Maßnahmen zur Klimaanpassung, zum Beispiel Hitzeaktionspläne für Alte und Kranke, können die Folgen durchaus abmildern. Das muss weiter verfolgt werden.

Aber richtig Sinn ergibt das alles nur, wenn auch der Anstieg der Gefahr gebremst wird. Das geht nur, wenn der CO2-Ausstoß endlich gesenkt wird – weltweit.

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