Sorgenfall Wasser

Drei Trockenjahre musste Deutschland von 2018 bis 2020 erleben, bis die Umweltministerin eine nationale Wasserstrategie vorlegte – viel zu spät kurz vor dem Ende der Legislaturperiode. Dieses Jahr half sich die Natur noch einmal selbst.


Bei Magdeburg führt die Elbe im Juli 2018 dramatisch wenig Wasser.
Extremes Niedrigwasser: Im Sommer 2018 fielen die Pegelstände der Elbe teils unter einen halben Meter. (Foto: Michael Beyer/​UFZ)

In Deutschland hat es nach drei Trockenjahren im vergangenen Winter und Frühjahr erstmals wieder richtig viel geregnet. Die Wasserdefizite in den oberen Bodenschichten sind behoben, in vielen Regionen auch insgesamt.

Trotzdem hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) recht: Deutschland, eigentlich ein wasserreiches Land, steht bei dieser Naturressource vor "enormen Herausforderungen".

Denn Trockenjahre drohen wegen des Klimawandels häufiger zu werden. Welche Folgen das haben kann, etwa für die Landwirtschaft, den Schiffstransport oder die Trinkwasserversorgung, hat besonders das extreme Jahr 2018 gezeigt.

Doch es gibt eine Reihe weiterer ungelöster Probleme wie die in Agrargebieten immer noch zu hohe Nitratbelastung, die Verunreinigung mit Mikroplastik oder die Arzneirückstände.

Die Umweltministerin hat in ihrer "Nationalen Wasserstrategie" nicht weniger als 57 Maßnahmen zur Sicherung der Ressource vorgeschlagen. Vieles davon gut oder zumindest überlegenswert.

Fragt sich nur: Warum jetzt erst, kurz vor Ende der Legislaturperiode? Zu spät, um noch etwas davon umzusetzen.

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