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Das ist der Atomausstieg

Der Bundestag hat die begrenzte AKW-Laufzeitverlängerung beschlossen. Das bedeutet tatsächlich das Ende der Kernkraftnutzung in Deutschland. Nun muss aber das Tempolimit beim Erneuerbaren-Ausbau weg.


Beim Inspektions-Workshop werden verschiedene Warn-Anhänger gezeigt.
Zu teuer, zu unflexibel und vor allem zu gefährlich: Atomkraft. (Foto: Dean Calma/​IAEA/​Flickr)

Der Bundestag hat die AKW-Laufzeitverlängerung light mit den Stimmen der Ampel-Parteien beschlossen. Der Atomausstieg wird um ein gutes Vierteljahr verschoben.

Das ist okay. So wird in der aktuellen Energiekrise die, wenn auch minimale, Gefahr eines Blackouts im Winter praktisch ausgeschlossen.

Die damit verbundene begrenzte Verlängerung des Supergau-Risikos wiederum – das zwar klein ist, aber eben nicht null – ist in dieser Lage tolerabel, auch wenn die eigentlich seit drei Jahren fällige große Sicherheitsüberprüfung der AKW nun immer noch nicht durchgeführt wird.

Tatsächlich bedeutet der Beschluss die Bestätigung des Atomausstiegs, der vor elf Jahren nach Fukushima parteiübergreifend in die Wege geleitet wurde. Selbst wenn FDP, Union und AfD im Frühjahr die Debatte erneut hochziehen, wie AKW-Gegner befürchten, ist es für ein Atomrevival im nächsten Winter zu spät, denn neue Brennelemente können dann nicht mehr fristgerecht beschafft werden.

Die Atomkraft wird damit endgültig Geschichte, und das ist gut so. Es handelt sich schlicht um eine Energieform, die zu gefährlich ist, weil sie bei einem eskalierenden Unfall das halbe Land unbewohnbar machen kann.

Klar ist aber auch: Die Ampel muss den ökologischen Umbau des Energiesystems nun endlich richtig hochfahren. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie von Speichern, Stromautobahnen und Flexibilisierungsoptionen muss so beherzt und schnell umgesetzt werden wie der Bau von Flüssiggas-Terminals.

Hier ist ein Tempolimit falsch.

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