Klimastreik trotzt Corona

Nach dem siebten globalen Klimastreik gestern zieht die "Fridays for Future"-Bewegung eine positive Bilanz. Trotz Corona gab es in mehr als 50 Ländern weltweit über tausend Aktionen für Klimagerechtigkeit und die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels.


Straßenbild
Straßenbild in der Hamburger Mönckebergstraße zum gestrigen globalen Klimastreik, (Foto: Jonathan Knodel/​FFF Deutschland/​Flickr)

"Wir alle für 1,5 Grad" und "No More Empty Promises", unter diesem Motto streikte gestern die Fridays-for-Future-Bewegung weltweit für Klimagerechtigkeit und sofortige Maßnahmen gegen die Klimakrise, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Die Forderung: "Keine leeren Versprechungen mehr".

In über 50 Ländern gab es in mehr als 800 Städten "kreative, coronakonforme Protestaktionen", wie die Organisator:innen mitteilten. Neben Menschenketten, Fahrradstreiks, Bootsdemos oder Kunst- und Plakataktionen zählten dazu auch Online-Events, Aktionen in den sozialen Netzwerken und Livestreams.

Mit dem hybriden Protest, bei dem ein Teil der Aktionen ins Netz verlagert wurde, sollte das Corona-Infektionsrisiko so gering wie möglich gehalten werden.

In Deutschland gab es 270 Aktionen, darunter in Berlin, Hamburg, Dresden, Bonn, Köln, Heidelberg, München, Augsburg, Mainz, Gießen und vielen weiteren Städten.

"Wir lassen auch in Zeiten der Pandemie nicht locker, sondern bleiben laut für eine gerechte Zukunft", sagte Fridays-Sprecherin Jördis Thümmler. "Hunderttausende im ganzen Land haben mehr als deutlich gemacht, dass im Jahr 2021 niemand mehr um Klimagerechtigkeit herumkommt."

Mit Blick auf die Coronakrise forderte Annika Kruse, ebenfalls Sprecherin der Bewegung: "Statt von der einen Krise jetzt mit katastrophaler Klimapolitik direkt in die nächste Krise zu rutschen, müssen wir jetzt die Grundlagen für eine krisenfeste, klimagerechte Gesellschaft legen."

Mehrere Verbände und Organisationen erklärten sich solidarisch mit den Klimaaktivist:innen, darunter der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Unterstützung kam auch von den Parents for Future und den Scientists for Future. Forschende des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) an den Forschungsstationen in Arktis und Antarktis beteiligten sich an den Protesten.

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