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Die Chefin der Kommissare muss ran

Kaum im Amt, musste die neue EU-Kommissionpräsidentin von der Leyen auf dem Klimagipfel in Madrid beweisen, wie ernst sie es mit einem anspruchsvollen Klimaschutz in Europa meint. Was sie sagte, lässt hoffen. Mit Ankündigungen allein wird sie aber nicht lange auskommen.


Windpark im dänischen Öresund, von oben gesehen
Beim EU-Klimaschutz spielen große Offshore-Windparks wie der im Öresund eine zentrale Rolle. (Foto: Stig Nygaard/​Flickr)

Ein UN-Generalsekretär muss versuchen, mit Worten zu überzeugen. Und António Guterres wählte deren drastische: "Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich", sagte er am Montag zum Auftakt des UN-Klimagipfels in Madrid.

Vor allem die Industrieländer, die die Atmosphäre seit über Hundert Jahren mit gigantischen Mengen an Treibhausgasen aufheizen, stünden in der Pflicht, die Emissionen schnell zu senken.

Der Appell ist, unter anderem, auf Europa gemünzt. Hier wurde bekanntermaßen die industrielle Revolution erfunden. Mit Spannung erwartete man denn auch den Auftritt der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die den Klimaschutz als eine der Hauptaufgaben ihrer gerade begonnenen Amtszeit definiert hat.

Und tatsächlich: Kommt alles das, was sie ankündigte, kann man hoffen, dass die EU zu ihrer früheren Rolle als Antreiberin der Klimaverhandlungen zurückfindet. Sie versprach zum Beispiel einen "New Green Deal", der schon nächste Woche vorgestellt werden soll – mit Investitionen in Billionenhöhe.

Was bei der Chefin der EU-Kommissare fehlte, war eine Ankündigung, wie stark das CO2-Einsparziel der EU für 2030 angehoben werden soll. Hier sitzen von der Leyen auch Bremserländer aus Osteuropa im Nacken. Aber lange wird sie mit einem lapidaren "Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten" nicht auskommen.

Alle Beiträge zur Klimakonferenz in Madrid finden Sie in unserem COP-25-Dossier.

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