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Australien droht Klimaschutz zu verkohlen

Australien kann 2030 einer der Hauptverursacher von Klimaschäden sein, wenn das Land seine fossilen Vorkommen so ausbeutet wie geplant, warnt eine Studie des Thinktanks Climate Analytics. Allerdings nur, wenn sich alle anderen Länder an das Pariser Klimaabkommen halten.


Eine Kohleschicht zwischen Gesteinsschichten
Müssen bleiben, wie sie sind: Kohleflöze im Galilee-Becken im Nordosten Australiens. (Foto: Geomartin/Wikimedia Commons)

Wenn Australien wie geplant Kohle abbaut, verbrennt und exportiert, könnte das Land im Jahr 2030 für bis zu 17 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sein. So steht es in einem Bericht, den der Thinktank Climate Analytics im Auftrag der Umweltorganisation Australian Conservation Federation (ACF) verfasst hat.

Australien verfügt über zehn Prozent der weltweiten Kohlevorkommen, bezieht fast drei Viertel seines Stroms aus Kohle und gehört neben Indonesien zu den größten Exporteuren des klimaschädlichsten Energieträgers.

Dem neuen Bericht zufolge verursachte Australien in dem Jahr 1,4 Prozent der weltweiten Emissionen. Sofern man die Emissionen hinzuzählt, die durch die Kohle-, Öl- und Gasexporte des Landes entstehen, wären es sogar fünf Prozent, in der Größenordnung des fünftgrößten Emittenten Russland.

Unter der Annahme, dass die anderen Staaten entsprechend dem Pariser Klimaabkommen ihre Emissionen reduzieren und Australien aber so weitermacht wie bisher von Regierung und Industrie geplant, könnten die inländischen und exportierten Emissionen des Landes im Jahr 2030 zusammen zwischen 13 und 17 Prozent der weltweiten Emissionen liegen, so die Analyse.

"Dieser Bericht bestätigt, dass Australien dabei ist, zu einem Hauptverursacher von Klimaschäden zu werden", sagte Gavan McFadzean, Energie- und Klimachef bei ACF. "Wenn die Adani-Mine und alle anderen geplanten Kohlegruben im Jahr 2030 ihre volle Produktion erreichen, könnte das Galilee-Becken im Jahr 2030 allein für 5,45 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich sein."

Im Galilee-Becken im Nordosten Australiens gibt es große Kohlevorkommen. Neben der Grube des indischen Kohlekonzerns Adani sind weitere beantragt. Im vergangenen Monat hatte Adani die abschließende Erlaubnis erhalten, die umstrittene Kohlegrube Carmichael aufzuschließen. Das seit 2014 verfolgte Projekt könnte einmal die größte Steinkohleförderung der Welt werden.

"Auch Flüssiggas ist ein großes und weiter wachsendes Umweltproblem", ergänzte McFadzean. "Australien ist gerade dabei, der größte Flüssiggas-Exporteur der Welt zu werden." Im Jahr 2017 war Australien der zweitgrößte Exporteur von Flüssiggas nach Katar.

"Statt weiter Projekte mit fossilen Brennstoffen zu fördern, würde eine verantwortungsbewusste Regierung erkennen, dass ein Großteil der fossilen Reserven Australiens im Boden bleiben muss", forderte McFadzean. Im Mai hatten die Australier mit Scott Morrison von der konservativen Liberal Party einen erklärten Kohlefreund zum Premierminister gewählt.

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