Club of Rome setzt neue Grenzen

Ein halbes Jahrhundert nach seinem ersten Bericht befasst sich der Club of Rome erneut mit den Grenzen des Wachstums. Die Verringerung der sozialen Ungleichheit erscheint den Experten als die schwierigste Aufgabe.


Baumkronen, von unten gesehen
Wachstum kann nicht grenzenlos sein. (Foto: Free-Photos/Pixabay)

50 Jahre nach seiner Gründung hat der Club of Rome sich erneut mit den Grenzen des Wachstums beschäftigt und untersucht, wie eine nachhaltige Entwicklung aussehen könnte, die die Belastungsgrenzen unseres Planeten – die Planetary Boundaries – nicht überschreitet.

Der neue Bericht, der am heutigen Mittwoch zu den Jubiläumsfeierlichkeiten des Thinktanks in Rom vorgestellt wird, überbringt eine gute und eine schlechte Nachricht. 

Die gute Nachricht: Eine nachhaltige, umwelt- und klimaverträgliche Entwicklung innerhalb der Belastungsgrenzen der Erde ist möglich und machbar.

Die schlechte Nachricht: Um das zu schaffen, müsste sich sehr viel ändern – und zwar grundlegend. "Die Welt braucht einen Wechsel zu unkonventionellen Strategien und Maßnahmen", sagte Per Espen Stoknes von der Osloer Handelshøyskolen, die an dem Bericht mitgearbeitet hat.

Fünf Punkte sind laut dem Bericht für die Zukunft entscheidend:

  • Ein exponentielles Wachstum bei den erneuerbaren Energien. In jeder Dekade ab 2020 müssen die weltweiten CO2-Emissionen halbiert werden.
  • Neue Entwicklungsmodelle für das Wachstum in armen Ländern.
  • Eine aktive Verringerung der Ungleichheit durch ein faires Steuersystem in allen Ländern. Es sei sicherzustellen, dass die reichsten zehn Prozent nicht mehr als 40 Prozent der Einkommen erhalten.
  • Investitionen im großen Maßstab in die allgemeine Bildung, in Geschlechergerechtigkeit, Gesundheit und Familienplanung, um die weltweite Bevölkerungszahl zu stabilisieren.

Als schwierigste Aufgabe sehen die Forscher dabei die Bekämpfung der Ungleichheit an. Während der Wechsel zu sauberen Energieträgern von Marktkräften längst unterstützt werde und für eine nachhaltige Landwirtschaft Technologien zur Verfügung stünden, sehe es beim Thema Ungleichheit bislang ganz anders aus. "Das wird die härteste Nuss, die wir zu knacken haben", sagte David Collste vom Stockholm Resilience Centre, das am Bericht mitwirkte.

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