Wetterdienst warnt vor Dürre

Kaum Schnee, wenig Regen: Nach zwei äußerst trockenen Jahren fehlt in vielen Regionen Deutschlands schon die Niederschlagsmenge eines ganzen Jahres. Die Situation sei dramatisch, warnt der Deutsche Wetterdienst.


Wald mit deutlichen Anzeichen von Trockenstress
Wald im Trockenstress: Kein Ende der Dürre in Sicht (Foto: Yves Bernardi/​Pixabay)

Für Deutschlands Wälder und die Landwirtschaft könnte 2020 erneut ein sehr schwieriges Jahr werden – falls es bis zum Beginn des Sommerhalbjahres nicht mehrere Monate in Folge überdurchschnittlich viel regnet. Davor warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einem aktuellen Bericht.

Nach den beiden "äußerst trockenen" Jahren 2018 und 2019 sind die Böden demnach teilweise noch immer in einem "verheerenden" Zustand. Vor allem in der Osthälfte des Landes sind in dem Zeitraum nur rund zwei Drittel des sonst üblichen Jahresniederschlags gefallen.

"Das Defizit beträgt regional akkumuliert teilweise schon einen ganzen Jahresniederschlag", so DWD-Meteorologe Robert Hausen. Für die betroffenen Regionen sei auch 2020 "Schlimmes" zu befürchten.

Der Wetterdienst stützt sich bei seinem Bericht auf den täglich aktualisierten "Dürremonitor Deutschland" des Leipziger Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ).

Demnach sieht die Lage für den Gesamtboden bis in etwa 1,80 Meter Tiefe "in weiten Teilen des Landes immer noch dramatisch aus (siehe Grafik).

Die tiefrote Farbe, die in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Ostbayern dominiert, zeugt laut DWD von einer "außergewöhnlichen Dürre".

Einige Regentage reichen nicht aus

Graphik zur Trockenheit des Bodens in Deutschland, vor allem im Osten zeigt die Karte tiefrot
UFZ-Dürremonitor: Zustand des Bodens am 18. Januar 2020: Je dunkler, desto trockener. (Grafik: UFZ)

Der Oberboden, der hierzulande etwa bis in eine Tiefe von 20 bis 30 Zentimetern reicht, hat sich zwar durch die reichhaltigen Niederschläge im vergangenen Oktober weitgehend von der sommerlichen Dürre erholt.

Weil es in den letzten Wochen aber erneut nur wenig geregnet hat, zeigt sich in Süddeutschland und in der Lausitz auch bei den Oberböden bereits wieder eine beginnende Dürre.

"Es braucht vor allem großflächige und länger anhaltende Niederschläge, die die Böden nachhaltig durchfeuchten", so DWD-Meteorologe Hausen. Für die nächsten Wochen stünden die Zeichen jedoch wieder "auf trocken".

Während die Landwirtschaft bereits auf trockenheitstolerante Kulturen wie Hafer, Hirse und Linsen setze, müsse man sich um die Waldbestände weiter große Sorgen machen. "Jahresringe deuten schon auf länger anhaltenden Stress der Bäume durch Trockenheit, Krankheit und Schädlinge hin." Betroffen sind vor allem Fichten, aber auch Buchen, Kiefern und Eichen.

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