3D-Visualisierungen zeigen, wie der CO2-Gehalt in der Atmosphäre steigt. Was gegen das Klimagift zu tun ist, zeigen sie nicht. (Bild: NASA)

Steigt die Körpertemperatur des Menschen um 1,5 Grad, macht er sich zu Recht Sorgen. Beim Planeten Erde ist es genauso, nur, dass das dann 8,4 Milliarden Menschen betrifft. Sie alle sollten sich Sorgen deswegen machen.

Die 1,5 Grad sind nun erstmals weltweit im Schnitt für den kompletten Zeitraum von zwölf Monaten überschritten worden, gemessen an den Werten aus vorindustrieller Zeit.

Das ist ein Warnsignal, auch wenn die Temperatur künftig wieder etwas unter diese Marke sinken wird, wenn die zusätzlich aufheizende Wirkung des natürlichen El‑Niño-Phänomens abklingt.

Denn die Klimaforschung erwartet, dass sie wegen der weiter steigenden Treibhausgas-Konzentrationen spätestens im nächsten Jahrzehnt dauerhaft darüber liegen wird.

Die neue Nachricht von der "Klimafront" verstört, weil die 1,5 Grad das Ziel sind, das die Weltgemeinschaft im Pariser Klimaabkommen als anzustrebende Sicherheitslinie definiert hat. Und weil sie signalisiert: Dieses Limit ist praktisch nicht mehr zu halten.

Laut dem Weltklimarat IPCC müsste der globale CO2-Ausstoß bis 2030 bereits halbiert werden, um die Erwärmung langfristig auf diesem Niveau stabilisieren zu können. Dass das gelingt, ist wegen der nach Corona sogar wieder stark angestiegenen Emissionen unrealistisch.

Trotzdem lohnt es sich weiter, für die Klima- und Energiewende zu kämpfen. Jedes Zehntelgrad weniger Erwärmung hilft, weil es die Gefahr zusätzlicher Extremwetterereignisse vermindert. Das Jahr 2023 mit seinen Serien von Hitzewellen, Dürren, Waldbränden und Überschwemmungen muss uns eine Warnung sein.

 

 

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