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G20 sitzt am Steuer

Nicht nur der Bau neuer Kohlekraftwerke lässt die Klimapolitik der G20-Staaten fragwürdig erscheinen – auch im Verkehr haben die wenigsten der großen Industrie- und Schwellenländer verbindliche Ziele. Eine Studie verlangt jetzt von der G20 ein Sofortprogramm für den Klimaschutz im Verkehr.


Verkehr China
Vor allem um den Smog zu bekämpfen, setzt China immer stärker auf E-Mobilität. (Foto: Dimitris Argyris/​Flickr)

Nur drei Länder der G20-Gruppe haben sich quantitative Ziele für die Emissionsminderung im Verkehr gesetzt: Deutschland, Frankreich und Japan. So steht es in einer Analyse, die von der staatlichen deutschen Entwicklungsorganisation GIZ und ihrem Erneuerbaren-Netzwerk REN 21 sowie dem Thinktank Agora Verkehrswende herausgeben wurde.

Die Studie schaut auf jedes G20-Land, listet die CO2-Emissionen im jeweiligen Verkehrssektor sowie klimapolitische Ziele und Maßnahmen auf.

Die meisten Länder treiben demnach, ohne sich extra Klimaziele zu setzen, vor allem die Elektrifizierung des Personenverkehrs voran. Allein in China wurden 2017 rund 579.000 E-Fahrzeuge neu zugelassen, schreiben die Autoren. Zum Vergleich: In Deutschland waren es in demselben Jahr rund 25.000 reine Batterie-Elektroautos.

Nicht nur wegen des schleppenden Umstiegs zur E-Mobilität verzeichnet der Verkehr in Deutschland steigende Emissionen. Im Pkw-Verkehr legten diese in den letzten 20 Jahren um etwa 0,5 Prozent und im Straßengüterverkehr um etwa 20 Prozent zu. Diesen Trend steigender CO2-Emissionen durch den Verkehr stellt die Studie auch in globaler Hinsicht fest.

Weltweit trägt der Verkehr, vor allem der Straßenverkehr, rund ein Viertel zu den Treibhausgasemissionen bei. Daran hat die G20 wiederum einen Anteil von mehr als zwei Dritteln. Deshalb sitzen die G20-Nationen "am Steuer", wenn es darum geht, den Emissionstrend zu brechen, heißt es in der Expertise.

Um die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, ist laut der heute veröffentlichten Studie ein Sofortprogramm für den Verkehrssektor notwendig. Dafür reiche es nicht, den Verbrennungsmotor durch einen E-Antrieb zu ersetzen.

"Um das Klimaschutzziel erreichen zu können, braucht es eine Mobilitätswende und die Verzahnung des Verkehrs- mit dem Energiesektor", sagte Christian Hochfeld, Geschäftsführer von Agora Verkehrswende.

Klimapolitisch hat das aus Sicht der Studienautoren nur dann einen Vorteil, wenn Strom aus Wind und Sonne zum hauptsächlichen Energieträger für den Verkehr wird. Dafür müsse die Energiewende im Strom mit der Verkehrswende synchronisiert werden, forderte Rana Adib von REN 21.

Die Studie weist zugleich darauf hin, dass es den einen zielführenden Hebel nicht geben wird, um den Verkehr klimaneutral werden zu lassen. Es brauche ein Bündel von Maßnahmen, darunter auch solche, über die noch ein Konsens hergestellt werden muss.

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