China startet bei Offshore-Wind durch

Die französische Ökostromtochter von General Electric will in der chinesischen Provinz Guandong eine Fabrik für Zwölf-Megawatt-Windanlagen samt Entwicklungszentrum bauen.


Rotorblätter von Windenergieanlagen
Rotorblätter für Sechs-Megawatt-Turbinen: In China sollen künftig noch leistungsstärkere Windkraftwerke gebaut werden. (Foto: GE)

Chinas massiver Ausbau erneuerbarer Energien lockt Unternehmen an. In der südostchinesischen Küstenprovinz Guandong will der französische Anlagenbauer GE Renewable Energy ein neues Entwicklungszentrum sowie eine Fabrik für Zwölf-Megawatt-Windturbinen errichten. 

Mit dem Bau der Fabrik nahe der chinesischen Millionenstadt Jieyang soll noch in diesem Jahr begonnen werden, wie das Tochterunternehmen des US-Konzerns General Electric mitteilte. 2021 sollen dort die ersten Turbinen gefertigt werden. 

Eine Turbine des Zwölf-Megawatt-Offshore-Typs kann nach Angaben des Herstellers bis zu 67 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr liefern und damit rein rechnerisch 16.000 europäische Stromkunden versorgen.

Von solchen Dimensionen ist die Meereswindkraft hierzulande weit entfernt. Nach Angaben des Branchenverbands der Offshore-Betreiber BWO haben die im ersten Halbjahr 2019 in Betrieb genommenen Windanlagen in der deutschen Nordsee durchschnittlich eine Nennleistung von sechs Megawatt. In der Ostsee wurden keine neuen Anlagen zugebaut.

Die Behörden in Jieyang planen einen Industriepark speziell für die Offshore-Windindustrie mit Hafen und Branchenzulieferern. "China steht kurz davor, einer der größten Offshore-Windmärkte der Welt zu werden", sagte John Lavelle von GE Renewable Energy. "Nach den Offshore-Plänen in Guangdong sollen 2030 schon 66.000 Megawatt installiert sein."

Zehn Prozent mehr Strom aus Erneuerbaren in einem Jahr

Das wäre mehr, als derzeit in Deutschland offshore und onshore installiert ist – im vergangenen Jahr belief sich die auf See und an Land installierte Wind-Leistung hierzulande auf insgesamt 59.000 Megawatt. 

In China ist ein Mehrfaches davon in Betrieb: Bis Ende 2018 stieg bei der Windenergie die Kapazität auf 184.000 Megawatt. Alle Erneuerbaren zusammen erreichten 728.000 Megawatt. 79.000 Megawatt wurden im vergangenen Jahr in Betrieb genommen.

Innerhalb eines Jahres wuchs die installierte Leistung damit nach Angaben der nationalen Energiebehörde Chinas um zwölf Prozent. Den größten Anteil an den Erneuerbaren in China macht derzeit mit 352.000 Megawatt die Wasserkraft aus. In der Zahl enthalten sind auch große Wasserkraftwerke.

Infolgedessen machte die chinesische Stromerzeugung aus Erneuerbaren 2018 einen deutlichen Sprung: Auf 1.870 Milliarden Kilowattstunden stieg die Stromproduktion der erneuerbaren Energien an, das ist ein Plus von zehn Prozent. In Deutschland lieferten die Erneuerbaren im vergangenen Jahr 226 Milliarden Kilowattstunden Strom.

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