Unternehmen fordern grünen Wiederaufbau

Auch 155 große Unternehmen aus 34 Branchen rufen nun dazu auf, die weltweit geplanten Programme zum Wirtschaftswiederaufbau nach Corona mit starkem Klimaschutz zu verbinden.


Sehr viel Klee
Große Konzerne haben erkannt, wo es künftig Geld zu verdienen gibt. (Foto: Jeon Sang-O/​Pixabay)

Die Zahl jener, die einen grünen Wiederaufbau nach der Coronakrise fordern, wird immer länger. Auch 155 große Unternehmen haben nun unter dem Hashtag #ouronlyfuture einen Aufruf veröffentlicht, die weltweit geplanten Programme zur Covid-19-Krisenbewältigung auf starken Klimaschutz und das 1,5-Grad-Ziel auszurichten.

Die Unternehmen stehen nach eigenen Angaben für einen Börsenwert von insgesamt 2,4 Billionen US-Dollar und beschäftigen fünf Millionen Menschen. Sie kommen aus 34 Branchen und 33 Ländern. Die Liste reicht von A wie Adobe bis Z wie Zurich Insurance Group.

Gemeinsam rufen sie alle Regierungen der Welt dazu auf, die Klima- und die Coronakrise zugleich zu bewältigen und "eine bessere Zukunft" zu gestalten, die auf starkem Klimaschutz beruht. Priorität müsse ein rascherer Übergang von einer "grauen zu einer grünen Wirtschaft" haben. Wirtschafts- und Konjunkturhilfen nach Corona seien so auszurichten, dass das 1,5-Grad-Ziel und Klimaneutralität "deutlich vor 2050" erreicht werden können, fordern die Unternehmen.

Initiiert wurde der Appell von der Science-Based Targets Initiative (SBTi), einem Zusammenschluss der Organisationen Carbon Disclosure Project, World Resources Institute, WWF und UN Global Compact. Die Gruppe ruft Unternehmen dazu auf, sich wissenschaftsbasierte Klimaziele zu setzen. Mittlerweile sind 885 Unternehmen dabei.

Die 155 Unternehmen, die nun den Corona-Appell unterzeichnet haben, verfügen bereits über eigene Klimaziele oder haben sich dazu verpflichtet, entsprechende Ziele zu setzen.

"Wenn wir zusammenarbeiten", schreiben sie in ihrem Aufruf, "hilft das, die Anfälligkeit gegenüber künftigen Schocks und Katastrophen zu mindern". Der Wandel zu einer klimafreundlichen und widerstandsfähigen Wirtschaft sei in Reichweite. Dafür müsse aber das Business as usual, das Weiter-so, beendet werden. Stattdessen sei eine Politik nötig, die Unternehmen "das Vertrauen und die Klarheit" gibt, auf ambitionierten Klimaschutz zu setzen.

UN-Generalsekretär António Guterres unterstützt den Appell der Unternehmen. Das Beispiel der Firmen zeige, dass es selbst in schwierigen Zeiten möglich und auch profitabel sei, sich an Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu orientieren, so Guterres. Grünes Wachstum bleibe die beste Wachstumsstrategie.

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