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Start-up will klimaneutralen Zement entwickeln

Bisher gibt es keine Technologie, mit der sich die Treibhausgas-Emissionen aus der Zementherstellung völlig vermeiden lassen. Das soll sich mit Zement aus Kalziumsilikat ändern, der sogar noch CO2 binden könnte.


Baustelle mit Zement
Heute wird meist mit Zement gebaut. Das verursacht sehr hohe Treibhausgasemissionen. (Foto: Leeroy Agency/​Pixabay)

Das kalifornische Start-up Brimstone Energy, das klimaneutralen Zement produzieren möchte, erhält 55 Millionen US-Dollar Investitionskapital von zwei Investmentfonds. Zu den Investoren gehört Breakthrough Energy Ventures, ein von Bill Gates initiierter Investmentfonds für Klimaschutztechnologien. Auch Amazon will über seinen Klimafonds mit einsteigen.

Brimstone Energy plant, Zement mithilfe von Kalziumsilikat herzustellen, was die üblicherweise bei der Zementherstellung entstehenden Prozessemissionen vermeiden könnte.

Bei der Zementherstellung entstehen große Mengen Kohlendioxid. Die Zementindustrie ist damit für etwa acht Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Bisher gibt es keine Technologie, mit der sich diese Emissionen vermeiden lassen.

Zement wird aus Kalkstein hergestellt, der Kohlenstoff enthält. Bei der Produktion von Zementklinker wird der Kalk zu Kalziumoxid und es entsteht Kohlendioxid. Diese Prozessemissionen sorgen dafür, dass die Zementherstellung selbst dann CO2-Emissionen produzieren würde, wenn man die Energie komplett aus erneuerbaren Quellen bereitstellen würde.

Bisherige Ansätze, um Zement klimafreundlicher zu machen, erreichen nur, dass die Emissionen reduziert werden. Versuche, auf chemisch völlig andere Materialien zu setzen und beispielsweise Magnesiumverbindungen zu nutzen, gab es auch, sie konnten sich aber nicht durchsetzen.

Chemisch dasselbe Produkt

Es bleibt die Möglichkeit, die Emissionen mittels CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) zu neutralisieren, doch auch hier gibt es bisher nur wenige konkrete Projekte.

Der Ansatz von Brimstone Energy würde, wenn er funktioniert, gewöhnlichen Portland-Zement liefern. Chemisch wäre es dasselbe Produkt, das klassische Zementwerke herstellen. Doch als Rohstoff käme Kalziumsilikat zum Einsatz.

Davon gibt es theoretisch reichlich, ein Großteil der Erdkruste besteht daraus. Kalziumsilikat enthält keinen Kohlenstoff, damit würde man die Prozessemissionen vermeiden.

Brimestone Energy plant außerdem, Materialien, die Zement beigemischt werden, als Nebenprodukt herzustellen. Dafür wird bislang Flugasche aus Kohlekraftwerken oder Schlacke aus Stahlwerken genutzt – ebenfalls keine klimafreundlichen Optionen.

Weiterhin entstehen bei dem Prozess von Brimestone Energy Magnesiumverbindungen, die Kohlenstoff binden. Sprich: Im Idealfall könnte der Prozess sogar Negativemissionen erreichen.

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