Corona ist keine Klimapolitik

Was die Bundesregierung nicht schaffte, kann einem Virus gelingen: Deutschland erreicht sein Klimaziel für 2020. So kann es aber nicht weitergehen.


Ein Warenverteilzentrum aus der Vogelperspektive.
Logistikzentrum: Große CO2-Einsparungen wurden bisher vor allem durch Wirtschaftskrisen erreicht. (Foto: Marcin Jóźwiak/​Pixabay)

Man traut seinen Augen kaum. Lange schien das Klimaschutzziel der Bundesregierung für 2020 völlig außer Reichweite. Nun ist die angepeilte CO2-Reduktion um 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 plötzlich in Sicht.

Man wagt kaum, es zu schreiben: dank Corona (und einem milden Winter). Das Virus kann die Einsparung bringen, die die Politik vorher nicht geschafft hat.

Das zeigt aber natürlich auch das Problem. Eine Wirtschaftskrise ist nicht automatisch ein ökologischer Strukturwandel.

Covid-19 ersetzt keine Klimaschutzpolitik, zumal alle inständig hoffen, dass ein kluges Infektionsmanagement und am Ende eine Impfung den Spuk beseitigt.

Es droht dasselbe wie nach der Finanzkrise 2008. Die Wirtschaft brummt wieder, und der CO2-Ausstoß steigt auf alte Höhen.

Die Bundesregierung muss also mit Maßnahmen nachlegen, vor allem im Verkehrssektor, der im jetzt vorgelegten Klimaschutzbericht für 2019 am schlechtesten von allen Sektoren abschneidet.

Sonst droht für das deutlich schärfere und zudem rechtlich verbindliche 2030er Klimaziel dieselbe Quälerei wie bei dem für 2020.

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