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EU plant Klimaschutz für Lkw

Autokonzerne müssen bisher nicht darauf achten, wie klimaschädlich ihre Lastwagen und Busse sind. EU-Parlament und Mitgliedsstaaten haben sich jetzt auf CO2-Grenzwerte geeinigt, die das ändern sollen.


E-Lkw
E-Lkw auf Tour: Ab 2025 müssen Autohersteller zumindest einen keinen Teil des Markts mit sogenannten Nullemissions­fahrzeugen bestreiten. (Foto: Elin Gårdestig/​Trafikverket)

Hersteller von Lkw und Bussen in der Europäischen Union müssen sich erstmals Gedanken um den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge machen. Verhandler von EU-Parlament und -Mitgliedsstaaten haben sich auf Klimaziele für die Branche verständigt.

Bis 2030 müssen die Autobauer den Treibhausgasausstoß ihrer Lastwagen-Flotten demnach um 30 Prozent gegenüber 2021 reduzieren. Fünf Jahre zuvor soll ein Zwischenziel von 15 Prozent erreicht sein.

Die Autokonzerne waren zuvor Sturm gegen die Gesetzespläne gelaufen – und sind nun entsprechend unzufrieden mit dem Ergebnis. Der europäische Automobil-Herstellerverband Acea nannte die Klimavorgaben "äußerst anspruchsvoll" und beklagte sich, die Branche müsse jetzt Fahrzeuge herstellen, für die es keine Nachfrage gebe.

Das zielt darauf ab, dass die Hersteller nach den neuen Vorgaben ab 2025 auch als emissionsfrei oder -arm geltende Lastwagen auf den Markt bringen müssen, also etwa strom- oder wasserstoffbetriebene Trucks. Zwei Prozent Marktanteil müssen solche Fahrzeuge zur Hälfte des kommenden Jahrzehnts haben. Den Kunden, argumentierte Acea, fehle daran aber das Interesse, weil es zu wenig passende Ladestationen und Tankstellen gebe.

Deutschland hat gebremst

EU-Parlament und Ministerrat müssen dem Verhandlungsergebnis noch formell zustimmen.

Bas Eickhout von den europäischen Grünen, der als Berichterstatter für das EU-Parlament verhandelt hat, sieht im Ergebnis Licht und Schatten. "Die Regeln gehen jetzt weiter als das, was die EU-Kommission eingangs vorgeschlagen hatte, und werden zur Minderung der Verschmutzung auf den Straßen und zur Verbesserung der Luftqualität beitragen", sagte er.

Es sei aber "beschämend, dass einige Regierungen immer noch die Interessen der Industrie vor die der Menschen stellen", so der Abgeordnete. Einige mitteleuropäische Länder, darunter Deutschland, hätten wirksamere Grenzwerte verhindert.

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