Ende Gelände zieht weiter

Die Aktivisten von "Ende Gelände" haben ihr Lager in der Nähe von Düren aufgeschlagen. Ihr vorheriges Camp wurde nicht genehmigt und in der Nacht von der Polizei geräumt. Am Wochenende wollen die Klimaschützer am und im Tagebau Hambach gegen die Kohle protestieren.


Klimaaktivisten bei der Ende-Gelände-Aktion vor zwei Jahren in der Lausitz.
Klimaaktivisten bei der Ende-Gelände-Aktion vor zwei Jahren in der Lausitz. (Foto: Friederike Meier)

Nach der nächtlichen Räumung des Camps von "Ende Gelände" hat sich das Aktionsbündnis einen neuen Zeltplatz im Rheinischen Braunkohlerevier gesucht. Wie die Klimaaktivisten mitteilten, entsteht das neue Lager auf einem Privatgrundstück im Dürener Ortsteil Stepprath, etwa 15 Kilometer vom Tagebau Hambach entfernt.

"Ende Gelände" plant dort am Wochenende eine Aktion des zivilen Ungehorsams. Sie wollen die Braunkohle-Infrastruktur rund um den Tagebau blockieren und damit gegen den weiteren Abbau des extrem klimaschädlichen Energieträgers protestieren.

"Das Camp ist nicht so nah am Tagebau wie der gewünschte Ort", räumt Ende-Gelände-Sprecherin Karolina Drzewo gegenüber Klimareporter° ein. Aber eine sichere Basis für die Aktion habe Vorrang. Das Bündnis erwartet zusätzlich zu den etwa 600 Aktivisten, die jetzt schon vor Ort seien, noch mehrere Tausend Menschen. Allein mit einem Sonderzug morgen früh sollen über 1.000 Menschen ankommen.

Das ursprünglich vorgesehene Camp, das die Aktivisten am gestrigen Mittwoch aufgeschlagen hatten, wurde in der vergangenen Nacht von der Polizei geräumt. Drzewo spricht gegenüber Klimareporter° von einer "massiven Eskalation" durch die Polizei. Zwar sei das Camp an dieser Stelle nicht genehmigt gewesen, dennoch sei es eine konfliktverschärfende Entscheidung gewesen, die Räumung mitten in der Nacht durchzuziehen.

Nach Angaben der Polizei Aachen hatte der Kohlekonzern RWE als Eigentümer des Geländes, eines ehemaligen Sportplatzes, Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt. Die Polizei hat nach eigenen Angaben die Identität von mehr als hundert Menschen festgestellt. Diese seien im Laufe der Nacht wieder entlassen worden, hätten jedoch einen Platzverweis erhalten. Außerdem erwarte sie ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch.

Besetzte Häuser in Manheim trotz Gerichtsentscheid geräumt

Heute morgen begann die Polizei auch mit der Räumung mehrerer Häuser in Kerpen-Manheim, die von Braunkohlegegnern besetzt worden waren. Auch hier stellte RWE als Eigentümer der Häuser schon in der vergangenen Woche Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs. Laut einem Sprecher der Polizei Aachen war die Räumung am Mittag noch nicht abgeschlossen, es befänden sich noch einige Personen auf den Dächern.

Eine Räumungsklage von RWE gegen die Besetzung war am Montag vom Landgericht Köln abgewiesen worden. Laut dem Polizeisprecher hat die derzeitige Räumung aber nichts damit zu tun, da sie wegen fortgesetztem Hausfriedensbruch stattfinde.

Dass Beamte Baumhäuser im Hambacher Forst umstellt haben, wie Aktivisten heute Mittag mitteilten, konnte der Polizeisprecher nicht bestätigen.

Unterstützen Sie
unabhängigen Journalismus!

Klimareporter wird herausgegeben vom Klimawissen e.V. Ihre Spende macht unabhängigen Journalismus zu Energiewende und Klimawandel möglich. 

Spenden Sie hier